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EWE beruhigt Kunden: Heizung bleibt nicht kalt

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Von: Dierk Rohdenburg

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Noch gut gefüllt: Der Erdgaskavernenspeicher der EWE in Jemgum (Ostfriesland).
Noch gut gefüllt: Der Erdgaskavernenspeicher der EWE in Jemgum (Ostfriesland). © EWE

Landkreis – Nach dem Bekanntwerden der Gräueltaten russischer Soldaten im ukrainischen Butscha werden die Forderungen nach einem Boykott russischer Erdgaslieferungen noch lauter. Der Versorger EWE, der rund 600.000 Haushalte und Industriekunden versorgt und über die EWE-Netz Grundversorger im Landkreis Oldenburg ist, bereitet sich nach eigenen Angaben seit Wochen auf den schlimmsten Fall vor, dass Gasimporte aus Russland komplett wegfallen.

Christian Bartsch von der EWE-Kommunikation kann aber Kunden beruhigen, dass sie zum Ausklang der kalten Jahreszeit nicht frieren müssen. „Mit Blick auf die aktuelle Heizperiode können wir sagen, dass die von uns für die Versorgung unserer Kunden genutzten Gasspeicher ausreichend gefüllt sind“, betont er. „Die Füllstände liegen aktuell über dem Vorjahreswert. Dazu trägt neben der milden Witterung auch der Umstand bei, dass EWE vorsorglich und entgegen marktlicher Bedürfnisse im Herbst des vergangenen Jahres zusätzliche Mengen Erdgas eingespeichert hat, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.“

Die EWE kauft ihr Erdgas nach eigenen Angaben zu großen Teilen an den Energiebörsen ein und bezieht nur vergleichsweise geringe Mengen aus direkten Lieferverträgen mit russischen Produzenten. Entsprechend überschaubar sei die unmittelbare Risikoposition im Vergleich zu den großen Gasimporteuren, heißt es. Die Effekte etwaiger Marktverwerfungen träfen aber letztlich natürlich auch EWE und andere Energieunternehmen, die sich an den Börsen mit Erdgas versorgen.

Privathaushalte sind geschützt

Im Ernstfall, dass es kein Gas mehr aus Russland gibt und von der Bundesregierung die dritte Stufe des Notfallplanes Gas ausgerufen wird, sind nach Angaben von Bartsch Privathaushalte ebenso wie wichtige Einrichtungen wie Krankenhäuser, Polizei und Feuerwehr besonders geschützt. Industrieunternehmen könnten dagegen zuerst vom Netz genommen werden. „Wir haben eine Liste von Unternehmen, die nicht als geschützt gelten“, sagt Bartsch. Die Betriebe, die man öffentlich nicht nennen wolle, seien informiert. Entscheidend sei aber immer die Frage, wo der Bedarf entstehe, Last abzuwerfen und welche Bedeutung der Betrieb für die Versorgung der Bevölkerung habe.

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An das Erdgasnetz von EWE sind rund 600.000 Haushalte angeschlossen. Die Mehrheit (440.000 Haushalte) bezieht L-Gas aus niederländischer und deutscher Produktion. Die in der Region Ems-Weser-Elbe bereits auf H-Gas umgestellten Haushalte beziehen physikalisch so genanntes „Nordverbundgas“ aus der Nordsee – aus norwegischer oder britischer Produktion.

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