Hoher Anteil Eigenarbeit

Evangelische Freikirche Wildeshausen weiht neuen Saal ein

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Symbolischer Schlüssel für den neuen Gemeindesaal: Karl-Wilhelm Jacobi (links) und Christoph Schließke.

Wildeshausen - Von Holger Rinne. „Eigentlich müsste jeder einen Schlüssel für die Kirche haben“, kommentierte Pastor Friedrich Kleibert von der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Wildeshausen in seiner Ansprache: Zuvor hatte Architekt Karl-Wilhelm Jacobi zunächst an Gemeindeleiter Christoph Schließke einen symbolischen Schlüssel für den neuen Gemeindesaal übergeben. Danach schenkte der Geistliche jedem der etwa 90 Gäste ebenfalls einen solchen Schlüssel.

Etwa 90 Freikirchler und Gäste, unter ihnen Bürgermeister Jens Kuraschinski und Vertreter der anderen Konfessionen der Stadt, haben am Sonnabend an der feierlichen Einweihung des neuen Saals am Anemonenweg teilgenommen. Gemeindemitglied Margit Feenders führte durch die Veranstaltung und erzählte mit einem Bildervortrag die Geschichte des neuen Raumes. 1992 zogen die Baptisten von der Heemstraße zum Anemonenweg. Die Gemeinde war im Laufe der Jahre zum Handeln gezwungen: Der Zahn der Zeit hatte am Dach genagt. „Unsere Kirche finanziert sich nur über Spenden“, erklärte Gemeindeleiter Schließke, „deshalb mussten wir erst einmal die Gelder für den neuen Gemeindesaal aufbringen.“

Bei 70 Mitgliedern und einem Investitionsvolumen von circa 450.000 Euro keine leichte Aufgabe. „Ein Teil kam durch Spenden zusammen, der Rest musste finanziert werden. Aber ohne Eigenleistung und das Entgegenkommen der Handwerker hätten wir das nicht geschafft“, zeigte Schließke sich dankbar.

Die Baumaßnahmen begannen 2012. Durch lange Leimholzbinder, die das neue Dach tragen, konnte auf Säulen verzichtet werden. Dadurch entstand ein großzügig wirkender Raum mit 200 Quadratmetern Fläche. „Das freie Kreuz symbolisiert das Leben, es weist auf die Auferstehung Jesu hin“, betonte der Leiter des Landesverbandes der Baptisten im Nordwesten Bernd Splettstößer mit Blick auf das aus Baumscheiben gefertigte Kruzifix, das im Gegensatz zu den anderen christlichen Konfessionen nicht den Gekreuzigten darstellt.

Würdigung vom Bürgermeister

Bürgermeister Jens Kuraschinski würdigte die Anstrengungen der Gemeindemitglieder: „Den größten Beitrag haben Sie geleistet, denn Sie haben sich nicht nur finanziell, sondern auch aktiv am Umbau beteiligt.“ Architekt Jacobi pflichtete ihm bei: „Wir haben uns mit den Handwerkern bereits 2013 zurückgezogen, danach haben Sie alles in Eigenarbeit geleistet.“

Schließke dankte ausdrücklich der englischen Partnergemeinde „Hertford Baptist Church“, die durch ihre Spende zusätzlich den Umbau der Küche im Gemeindezentrum ermöglicht hat. Nach der Segnung des Saals durch Pastor Friedrich Kleiber besichtigten die Gäste die zum Teil ebenfalls renovierten Räumen.

Am Nachmittag feierte die Gemeinde auf dem Freigelände ihr Sommerfest. Der Tag klang am Abend dann mit einem „Praise und Worship“ aus.

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