Neujahrsempfanges der Wildeshauser SPD

„Europa muss uns mehr Wert sein als der tägliche Kaffee“

Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Thomas Harms (Zweiter v.l.) begrüßte zum Neujahrsempfang die Bürgermeister Jens Kuraschinski (Wildeshausen, l.), Thorsten Schmidtke (Großenkneten), Herwig Wöbse (Samtgemeinde Harpstedt) und Ralf Spille (Dötlingen), MdEP Tiemo Wölken sowie den MIT-Vorsitzenden Ingo Hermes (von rechts). - Foto: Schneider
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Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Thomas Harms (Zweiter v.l.) begrüßte zum Neujahrsempfang die Bürgermeister Jens Kuraschinski (Wildeshausen, l.), Thorsten Schmidtke (Großenkneten), Herwig Wöbse (Samtgemeinde Harpstedt) und Ralf Spille (Dötlingen), MdEP Tiemo Wölken sowie den MIT-Vorsitzenden Ingo Hermes (von rechts).

Wildeshausen - Von Tanja Schneider. Die Regierungsbildung in Berlin sowie die Vorteile und „Baustellen“ der europäischen Union standen am Sonntagvormittag im Mittelpunkt des Neujahrsempfanges der Wildeshauser SPD im Ratskeller.

Ortsvereinsvorsitzender Thomas Harms begrüßte als Gastredner Tiemo Wölken. Der 32-Jährige ist seit einem guten Jahr Mitglied des Europäischen Parlaments und appellierte: „Europa muss uns mehr Wert sein als der tägliche Kaffee.“ Denn ziemlich genau eine Tasse am Tag koste Berechnungen zufolge jeden Bürger die EU.

Wölken ist Mitglied im Haushalts-, im Rechts- sowie im Umweltausschuss. „Letzteres ist gerade für Niedersachsen und die hiesige Region nicht irrelevant. Da gibt es einige Berührungspunkte“, sagte er mit Blick auf Themen wie die Windenergie und Nitratbelastung. Im Verlauf seiner Rede bat er die Kommunalpolitiker und anwesenden Bürgermeister, ihm doch ruhig Anliegen mit auf den Weg zu geben. Dabei schien ihm eine Problematik bereits bewusst: „Für viele ist die EU ein zweischneidiges Schwert. Es gibt zwar Geld, aber der Verwaltungsaufwand, um an die Zuschüsse zu gelangen, ist zu hoch.“ Wölken verriet, dass an der Vereinfachung der Förderkulisse gearbeitet werde.

„Solidaritätsgedanke keine Einbahnstraße“

Der 32-jährige Sozialdemokrat sprach kurz den Brexit sowie seine Folgen an, sprach sich für ein einheitliches Asylrecht aus, „das für alle ein Gewinn wäre“, und blickte sorgenvoll in Richtung Polen. Anlässlich der Verletzung rechtsstaatlicher Grundsätze plädierte er für Sanktionen. Polen profitiere von der EU, die dem Land unter anderem ein Sicherheitsgefühl vermittele. „Aber der Solidaritätsgedanke ist keine Einbahnstraße“, machte er seinen Standpunkt deutlich.

Als fahrlässig bezeichnete es Wölken, dass Deutschland keine Vorstellungen äußere, wie Europa voranschreiten soll. „Dabei täten wir gut daran“, meinte er.

Mit Blick auf die deutsche Regierungsbildung begrüßte er, dass sie SPD auf eine basisdemokratische Entscheidung setzt. Über die Inhalte des Sondierungspapieres sowie eine mögliche GroKo diskutierten die Sozialdemokraten auch im Anschluss an Wölkens Rede noch eifrig. „Schnack bei Suppe“, lautete das Motto.

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