Erfahrungen mit dem Rennrad

Christoph Hülsmann: „Etwas Respekt kann helfen, Unfälle zu vermeiden“

Christoph Hülsmann ist begeisterter Fahrer eines Rennrades. Allerdings hat er auch einiges zu kritisieren.

Wildeshausen - Der Wildeshauser Christoph Hülsmann ist seit einigen Wochen stolzer Besitzer eines Rennrades. Dieses wird von ihm auch regelmäßig genutzt. Allerdings hat er einiges zu kritisieren – vom schlechten Zustand einiger Radwege bis hin zum Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer.

Fahrrad fährt Hülsmann schon seit langer Zeit, jedoch waren es bisher nur das Montainbike und ein Offroadbike, die ihm einen Ausgleich vom Alltag im Büro bescherten. „Mit den alten Fahrrädern konnte ich durch Wald und Wiesen genauso wie auf allen Radfahrwegen fahren. Beide sind gut gefedert und meistern jedes Schlagloch. Allerdings war selten ein durchschittliches Tempo von 30 Stundenkilometern oder mehr zu erreichen“, so der Radler.

Da kam ihm der Gedanke, sich ein Rennrad anzuschaffen, und schon einige Zeit später konnte er eine „Rennmaschine“ sein Eigen nennen. Schnell waren die ersten Kilometer gefahren, und damit begannen für ihn auch die Zweifel an der Nutzung der hiesigen Radwege.

„Zunächst sollte jeder wissen, dass ein Rennrad keine zehn Kilogramm wiegt. In der Regel besteht es aus Karbon oder Aluminium. Die Ausstattung ist nicht verkehrssicher gemäß der Straßenverkehrsordnung. Trotzdem wird ein solches Rad als Sportgerät anerkannt. Wer eines fährt, hat eigentlich in den meisten Fällen nur einen Gedanken dabei: Eine Strecke von A nach B in kürzester Zeit mit einer optimalen Durchschnittsgeschwindigkeit zu erreichen“, so Hülsmann.

Fehlende Federung macht sich bemerkbar

Und diese lägen oft jenseits der 30 Stundenkilometer. „Bei einem solchen Rad wurde jedoch in der Regel auf jegliche Art der Federung verzichtet, um die Kraft beim Treten direkt auf die Kette zu bringen. Allerdings wirken sich auch noch so kleine Unebenheit mit einem Schlag auf die Hände, das Schultergelenk oder den Rücken des Fahrers schmerzhaft aus.“ Trotzdem sei es ein tolles Gefühl, mit derartigen Geschwindigkeiten lautlos durch die Gegend zu fahren. Allerdings hätten die Fahrer selten einen Blick für die Natur, dafür müssten sie sich zu sehr auf die Fahreigenschaften des Rades konzentrieren.

Zunächst versuchte Hülsmann nach eigener Aussage sein Glück, die Außerortsstrecken auf den Radwegen rund um Wildeshausen zu meistern. „Diese sind zwar für den normalen Gebrauch in einem durchaus akzeptablen Zustand. Wer allerdings etwas genauer hinschaut, dem fallen viele Schlaglöcher und Unebenheiten auf. Außerdem schätzen andere Verkehrsteilnehmer einen Rennradfahrer oftmals nicht richtig ein.“ Wenn er überholen wolle, nutze er die Klingel. In Folge dessen drehten sich oft die Vorderleute erst einmal um, kämen dadurch gegebenenfalls aus ihrer Richtung, und die Gefahr eines Zusammenstoßes sei groß, da der Rennradfahrer sich meistens sehr schnell nähere.

Problembereiche: Straßeneinfahrten

„Auch Straßeneinfahrten können zum Verhängnis werden, da viele Autofahrer erst an der Sichtlinie zum Stehen kommen und dabei den Radweg bereits überquert haben“, betont Hülsmann. Also habe er sein Glück auf der Straße versucht: „Viele Autofahrer akzeptieren die Rennradfahrer, die hier oft nur geduldet werden. Sie überholen verkehrsbedingt günstig in einem großen Bogen. Aber es gibt auch einige, die meinen, sich in ihrem Auto gegenüber dem Radfahrer profilieren zu müssen.“ So werde von hinten gehupt und beim engen Überholen so manches Mal der Weg des Radfahrers geschnitten. „Ein Sturz bei zum Teil 35 Stundenkilometern und mehr kann verheerende Folgen für den Sportler haben.“ Ganz besonders ärgerten ihn jedoch die Autofahren, die bewusst neben dem Radler die Scheibenwaschanlage betätigen, sodass sich der Fahrer auf einen Schwall Spülwasser gefasst machen kann. „Was im ersten Moment lustig klingt, ist für den Sportler eine sehr unangenehme Erfahrung.“

Ein bisschen mehr Respekt unter allen Verkehrteilnehmern könne helfen, Unfälle zu vermeiden. „Wenn die Radwege in Ordnung sind, werde ich sie gerne nutzen. Allerdings sind viele in unserer Gegend nicht für den schnellen Radsport geeignet“, bedauert Hülsmann die Verkehrssituation für diese Sportart und wünscht sich einfach etwas mehr Rücksicht aufeinander. 

jd

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