Leibniz-Institut bestätigt Verdacht

Erstmals Wolf im Landkreis Oldenburg totgefahren

Groß Ippener - Von Ove Bornholt. Bei dem Anfang März auf der Autobahn 1 bei Groß Ippener gefundenen toten Tier handelte es sich um einen weiblichen Wolf, eine Fähe. Das Tier war noch nicht ausgewachsen, sondern ein Welpe.

Das teilte das Umweltministerium jetzt auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin habe den Kadaver untersucht und seziert. Dabei habe sich der Verdacht, den schon Mitarbeiter des Landkreises Oldenburg angesichts des Fundes gehabt hatten, bestätigt.

Offenbar ist die Wölfin durch einen Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Autofahrer hatten der Polizei am Morgen des 7. März den Kadaver auf der Autobahn gemeldet (wir berichteten). Die Beamten waren dann auf dem linken Fahrstreifen zwischen der Anschlussstelle Groß Ippener und dem Autobahndreieck Stuhr in Richtung Bremen fündig geworden. Sie schafften das Tier auf den Grünstreifen, wo es später von den Kreis-Mitarbeitern geborgen worden war.

Herkunft der toten Wölfin unbekannt

Es handelt sich um den ersten toten Wolf, der im Landkreis Oldenburg gefunden wurde. Seit 2018 gibt es außer diesem Tier keinen „sicheren Wolfsnachweis“ im Kreis, so das Umweltministerium. Allerdings ist die Hürde für eine anerkannte Identifizierung hoch. „Wirklich sicher sind ein DNA-Nachweis aus der Losung oder aus Haaren und die detaillierte Analyse guter Fotos beziehungsweise Filmaufnahmen“, heißt es vom Land.

Stellt sich die Frage nach der Herkunft der toten Wölfin. Dazu liegen dem Ministerium offenbar keine Informationen vor. Auf der Internetseite des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz ist eine Liste aller seit 2003 in Niedersachsen getöteten Wölfe einsehbar, und das entsprechende Herkunftsfeld ist leer. Häufigste Ursache für das Ableben der Tiere sind Verkehrsunfälle, aber auch die „letale Entnahme“, also gesetzlich erlaubte Abschüsse, kommt vor.

Revier des Goldenstedter Rudels nahe dran

Das Revier des Goldenstedter Rudels, das auch als Barnstorfer Rudel bezeichnet wird, liegt räumlich am dichtesten am Landkreis Oldenburg. Weitere Gruppen sind wederdort noch in den Nachbarkreisen nachgewiesen. Ein Rudel besteht in der Regel aus den beiden Elterntieren, den jeweiligen Welpen (Geburt jeweils Anfang Mai) und älteren Jungtieren aus dem Vorjahr beziehungsweise den Vorjahren. Im Jahresverlauf schwankt die Anzahl der Tiere in einem Rudel durch Geburten, Todesfälle und Abwanderung älterer Jungwölfe zwischen fünf und zehn Tieren. „Für das vergangene Jahr konnte im Rudel Barnstorf bisher keine Reproduktion nachgewiesen werden“, teilte das Land mit.

Das Vorkommen des Wolfs erhitzt die Gemüter schon länger. So wurden die ersten Schafe schon vor vier Jahren in Bargloy gerissen. Auch Sichtungen häuften sich in den vergangenen Jahren. In der Regel handelte es sich dabei allerdings um wolfsähnliche Hunde oder es gab keinen sicheren Nachweis. Der hat sich im Fall des toten Tier auf der A 1 nun erhärtet.

Rubriklistenbild: © dpa

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