Erstes Repair-Café in Wildeshausen

Gemeinsam gegen die Wegwerfgesellschaft

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Martin Bruns (rechts) musste an der Elektro-Station viele Fragen beantworten.

Wildeshausen - Von Holger Rinne. Wegwerfmentalität ade? Das wünschen sich die Initiatoren des ersten Wildeshauser Repair-Cafés, das am Sonnabend im Jugendzentrum der Kreisstadt seine Premiere feierte. „Ich bin total zufrieden, es wurde wirklich gut angenommen“, freute sich Mit-Organisatorin Anna-Lena Sauer vom Landkreis Oldenburg.

35 Bürger brachten Fahrräder, Uhren und mehr für ehrenamtliche Reparateure vorbei, die versuchten, die Gegenstände wieder instand zu setzen. „Jott-Zett“ und Landkreis hatten die Veranstaltung gemeinsam auf die Beine gestellt. Unterstützt werden die Cafés vom Bundesumweltministerium mit dem Ziel, Müll zu vermeiden, Ressourcen zu sparen, die Umwelt zu schonen und nachhaltige Lebensweisen in der Praxis zu erproben, erklärte Sauer, die diese Veranstaltungen federführend betreut. Unter anderem gingen schon Termine in Huntlosen und Ganderkesee über die Bühne. Auch in der Gemeinde Wardenburg sollen Treffen etabliert werden.

Dabei geht es nicht etwa um einen kostenlosen Reparaturservice defekter Fahrräder oder Akkuschrauber, sondern vielmehr um gemeinschaftlich organisierte Hilfe zur Selbsthilfe. Vor allem Kinder und Jugendliche sollen für Themen des Klimaschutzes und der Nachhaltigkeit begeistert werden. Für einen entsprechenden Rahmen sorgten die jungen Leute am Sonnabend mit Kaffee, Tee und Kuchen im Jugendzentrum selbst. „Viele Besucher sind vorbeigekommen, haben etwas gegessen und sich unterhalten. Die wollten sich das mal angucken“, freute sich Sauer, dass die „soziale Komponente“ des Cafés gut funktioniert hat.

Stofftaschen als Ersatz für Plastiktüten

Die Besucher hatten nicht nur die Möglichkeit, ihre Haushaltsgeräte, Fahrräder oder Spielzeuge reparieren zu lassen. Das DRK bot zudem kostenlose, selbst genähte Stofftragetaschen als Ersatz für die immer noch in Massen genutzten Plastiktüten an. „Der Stoff wurde von einem Raumausstatter nach einer Geschäftsauflösung gespendet“, so Linda Vietor. Die Veranstaltung war etwas breiter aufgestellt als bei den vorangegangenen Terminen in Huntlosen und Ganderkesee.

Die nächste Auflage in Wildeshausen geht erst am 9. Juni über die Bühne. Das „Jott-Zett“ habe viele eigene Aktionen, auch das Gildefest gelte es abzuwarten, so Sauer. Nach den Sommerferien wünscht sie sich einen regelmäßigen Rhythmus von etwa sechs Wochen.

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