Naturschützer arbeiten in der Lehmkuhle

Erster Spatenstich für Erlebnispfad: 200 Meter Hecke gepflanzt

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Gemeinsam für den Walderlebnispfad: Mitglieder des Naturschutzbundes und seiner Jugendabteilung arbeiteten am Samstag in der Lehmkuhle.

Wildeshausen - Der Waldlehrpfad, am Rande Wildeshausens in der Lehmkuhle gelegen, ist in die Jahre gekommen. Einst ein Areal, das Jung und Alt die Flora des Waldes näherbringen sollte, fristet es seit einigen Jahren ein Dasein als Hundetoilette. Der pädagogische Ansatz der Anlage ist schon lange nicht mehr zeitgemäß. Das könnte sich allerdings bald ändern. Denn der Naturschutzbund (Nabu) will daraus einen Walderlebnispfad machen, für den jetzt die Arbeiten gestartet sind.

„Die Stadt Wildeshausen, das Stadtmarketing und der Verkehrsverein Wildeshausen unternehmen zusammen mit der Nabu-Ortsgruppe Dötlingen-Wildeshausen den Versuch, den in die Jahre gekommenen Lehrpfad im Lehmkuhlenwald zeitgemäß zu aktualisieren“, erklärte Wolfgang Pohl, Sprecher der Nabu-Ortsgruppe. Ziel ist es, den Bereich auf eine „interessante Art“ zu erweitern und attraktiver zu machen.

Dafür hatte die Stadt dem Nabu 2019 einen Sonderfonds in Höhe von 5000 Euro zur Verfügung gestellt. „Von diesem Geld können Sofortmaßnahmen bestritten werden“, so Pohl.

Wildeshauser Bürgermeister greift zum Spaten

Am Samstagmorgen war es so weit. Mehr als 30 Mitglieder des Nabu trafen sich an der Königsallee beim Arboretum, ausgestattet mit Spaten und Erdbohrer, um die erste Maßnahme in Angriff zu nehmen. Tatkräftig halfen die jungen Mitglieder der Naturschutzjugend im Nabu (Naju) und deren Eltern. Die Nachwuchsnaturschützer nutzten dafür mit ihren Betreuern Gertraud Kreye und Tamino Büttner das Januar-Monatstreffen.

„Ich stehe voll und ganz hinter dieser Aktion und finde es gut, dass sich der Nabu um die Aufwertung des Waldlehrpfades kümmert“, bekräftigte Wildeshausens Bürgermeister Jens Kuraschinski seine Unterstützung. Es blieb aber nicht bei wohlgemeinten Worten. Auch der Verwaltungschef griff zum Spaten.

Und es ging schnell voran. Mit dem Erdbohrer wurden die Pflanzlöcher vorbereitet. Teams setzten anschließend Hainbuchen, Holunder, Liguster, Wildrosen sowie andere Strauchgehölze ein und verdichteten die Erde am Wurzelwerk. Auf 200 Meter Länge entstand so eine bunte vogel- und insektenfreundliche Hecke, die zukünftig Waldlehrpfad und Arboretum verbinden wird. „Einige Meter weiter stand schon einmal eine Hecke. Die ist allerdings durch den Schattenwurf der mächtigen Laubbäume eingegangen“, berichtete Pohl.

„Schokofahrer“ bringt Überraschung vorbei

Die Pflanzaktion ist aber nur der Einstieg in die Verwandlung des Waldlehrpfads zum Walderlebnispfad, wie er zukünftig heißen soll. „Als Nächstes werden wir den Maschendrahtzaun entfernen, der bisher den Waldlehrpfad und das Arboretum trennte: Der Zaun ist ohnehin an einigen Stellen schon geöffnet worden, um dem Wild das Wechseln zu ermöglichen“, informierte Marianne Bernhard-Beeskow, ebenfalls Sprecherin der Nabu-Ortsgruppe.

Eine Überraschung brachte „Schokofahrer“ Martin Bruns für die Mitglieder des Naju mit. Der Wildeshauser übergab Gertraud Kreye einen Scheck über 150 Euro. Das ist der Erlös aus der Spendenaktion anlässlich seiner letzten Schokofahrt nach Amsterdam, bei der er emissionsfrei mit dem Fahrrad Leckereien aus den Niederlanden nach Deutschland bringt. Pro verkaufter Tafel Schokolade hatte der Bioladen „Flex Naturkost“ eine Spende von 50 Cent eingenommen. Den gesammelten Betrag von 106 Euro stockte der Wildeshauser auf 150 Euro auf.

„Es ist sehr wichtig, der Jugend die Natur und die Zusammenhänge zu erklären, damit wir alle davon profitieren können, dass eine Generation heranwächst, die ein bisschen mehr auf die Natur achtet“, meinte Bruns. Er hofft auf weitere Spenden für die Naju aus der Bevölkerung. Wer Interesse an der emissionsfreien Schokolade hat, kann sich per E-Mail an martin.bruns@icloud.com bei ihm melden.

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