Volontärin im Selbstversuch

Zum ersten Mal in einem Ruderboot

Unsere Volontärin Lara Terrasi hat sich unter fachkundiger Anleitung der Trainer vom Wassersportverein Wildeshausen auf die Hunte getraut – in einem Gigruderboot. Nass geworden ist sie nicht, aber um eine interessante Erfahrung reicher.

Wildeshausen – Von Lara Terrasi. Zuerst die Füße im Stemmbrett befestigen, dann die Arme ausstrecken, die Skulls, also die Ruder, in die Hand nehmen und mit dem Sitz nach vorne rollen, sodass die Beine angewinkelt sind. Anschließend die Arme zur Körpermitte ziehen, die Beine kommen nach. „Das klappt doch schon ganz gut“, sagt Uwe Spalthoff, Sportwart des Wassersportvereins Wildeshausen, der mich an diesem Abend in die Geheimnisse des Ruderns einweiht. Erst einmal aber auf dem Trockenen am Ergometer.

Nach ein paar Übungen geht es dann auch schon ans Eingemachte: Spalthoff und seine Kollegin Claudia Rohmann zeigen auf den „Eisvogel“. Ein neun Meter langes und 93 Zentimeter breites Gigruderboot, das in einem schönen Rot in der Bootshalle glänzt. Es ist für drei Ruderer geeignet. Langsam steigt die Aufregung, denn in einem Ruderboot saß ich noch nie. Zusammen lassen wir den „Eisvogel“ in die Hunte. „Das macht man immer rückwärts“, sagt Spalthoff. Als erster Schritt müssen die etwa drei Meter langen Skulls in die Rudergabeln (Dollen). Rohmann und Spalthoff erklären mir, wie ich mich richtig hinsetzen muss. Nach ein paar Minuten ist das schon mal geschafft.

Erst die Trockenübung, dann aufs Wasser: Unter den Augen von Trainer Uwe Spalthoff übt Volontärin Lara Terrasi, wie man ein Boot rudert.

Der Sportwart ist heute der Steuermann und sitzt uns gegenüber. Rohmann und ich nehmen jeder zwei Skulls in die Hände. Um 19.15 Uhr starten wir. „Alles vorwärts“, ruft Spalthoff. Das ist unser Signal: Wir halten die Skulls in den Händen, strecken die Arme aus, drehen die Hände leicht, damit die Ruder senkrecht im Wasser stehen und rollen mit dem Sitz nach vorne. Die Beine winkeln sich dabei an. Dann ziehen wir die Hände zur Körpermitte, sodass unsere Beine sich wieder strecken. Als letzten Schritt drehen wir unsere Handgelenke leicht, sodass die Blätter flach im Wasser liegen, nehmen erst die Arme nach vorne und dann die Beine. Ganz schön anstrengend.

„70 Prozent der Kraft kommt beim Rudern aus den Beinen“, erklärt Spalthoff, der den Sport schon seit mehr als 30 Jahren betreibt. „Wichtig ist, nie die Ruder loszulassen“, rät Rohmann. Flussaufwärts bewegen wir uns in Richtung Pestrup. Anfangs komme ich mit den Bewegungen noch etwas durcheinander, aber Spalthoff erklärt mir noch einmal die richtige Technik: „Lass die Hände ganz locker, und nicht so verkrampft.“ Nach ein paar Schlägen habe ich tatsächlich den Dreh raus. Der ganze Körper wird dabei beansprucht.

Die Landschaft kann ich leider kaum genießen, weil ich mich so stark auf die Bewegungen konzentrieren muss. Aber einige Radfahrer und Fußgänger sind entlang des Flusses unterwegs. Das Wetter ist optimal. Keine Wolke am Himmel, sonnig, aber nicht mehr so heiß. Das Besondere ist aber, dass man die Hunte und die Umgebung aus einem anderen Blickwinkel kennenlernt.

Mit den Trainern macht es auch viel Spaß. Was mir auffällt, sind Spalthoffs Socken. An seinem rechten Fuß trägt er eine rote und am linken eine grüne. „Backbord ist die linke Seite in Fahrtrichtung des Bootes und Steuerbord die rechte in Fahrtrichtung. Aber für die Ruderer ist es andersrum, weil wir rückwärts sitzen“, erklärt Rohmann, die seit zehn Jahren rudert. Die Socken des Steuermanns sollen also der Orientierung der Ruderer dienen, während Spalthoff sich an die grünen und roten Markierungen am Boot halten kann.

Ein Abend beim Wassersportverein: An Booten mangelt es nicht. Trainer Uwe Spalthoff und seine Kollegin Claudia Rohmann machen den „Eisvogel“ fertig. In einer entspannten Atmosphäre erklärt Spalthoff Volontärin Lara Terrasi, wie sie am besten rudert.

Nach etwa drei Kilometern Strecke und einer Stunde legen wir wieder am Steg an. „Es macht immer wieder Spaß“, sagt Spalthoff mit einem Lächeln. Dem muss ich zustimmen: Meine Bewegungen wurden nach und nach flüssiger, und wir sind immer schneller vorwärtsgekommen. „Für das erste Mal war das schon richtig gut. Ihr hattet ungefähr 15 Schläge. Im Durchschnitt sind es 18 bis 20“, lobt Spalthoff. „Ich bin zweimal die Woche auf dem Wasser. Und dann bin ich auch schon mal drei Stunden weg“, sagt Rohmann mit einem Lachen. Ich kann mir auf jeden Fall vorstellen, mich noch mal in ein Ruderboot zu setzen. Und nass geworden bin ich zum Glück auch nicht.

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