Idee: Firmen könnten durch Online-Tickets helfen

LiLi-Servicekino in Bedrängnis: Erst gähnende Leere – nun Not durch Schließung

Übergabe mit Sicherheitsabstand: Heinz Rigbers (l.) brachte Frank Stöver die Tickets ins Café am Bahnhof. Foto: fs
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Übergabe mit Sicherheitsabstand: Heinz Rigbers (l.) brachte Frank Stöver die Tickets ins Café am Bahnhof. 

Wildeshausen – Das hätte sich Heinz Rigbers, Leiter des Wildeshauser LiLi-Servicekinos, vor knapp einem Monat auch nicht träumen lassen. Wegen der Coronakrise sind die Lichtspiele an der Huntestraße seit rund einer Woche geschlossen. „Das Wochenende davor war schon katastrophal besucht“, zieht er eine Bilanz. „Dann haben wir am Montag beschlossen, ganz dichtzumachen.“ Das war zwei Tage, bevor per Anordnung ohnehin jeder Kinobesuch verboten wurde, weil die Ansteckungsgefahr zu groß ist.

Von der Maßnahme betroffen sind zwölf Angestellte, die zum Teil stundenweise im Kino gearbeitet haben. „Dazu gehört der Service rund um die Vorstellungen und natürlich das Reinigungspersonal“, so Rigbers.

Angesichts des komplett eingestellten Ticketverkaufs wandte sich der Kinoleiter per Facebook an die Wildeshauser: „So schaut sie aus, unsere einzige Einnahmequelle derzeit: unser Kinogutschein! Bis staatliche Hilfe kommt, kann es nämlich dauern – jeder Euro hilft, unsere Liquidität zu sichern für Löhne, Mieten und sonstige laufende Kosten.“

Gutscheine für LiLi-Servicekino verfügbar und hilfreich

Nicht alle fanden die Werbemaßnahme gut, die meistern aber wollten gerne helfen. „Ich war überrascht, wie viele Gutscheine online geordert wurden“, freute sich Rigbers. Rund 50 Tickets wollten die Leute im Internet (https://kinotickets.online/wildeshausen_lili/vouchers) haben.

Frank Stöver fand die Idee auch gut. Der Ratsherr orderte gleich zehn Karten sowie zehn Portionen Eis, die er im Anschluss einzeln an Bewerber verloste.

„Das ist aber vielleicht alles nur ein Strohfeuer“, vermutete er jedoch. „Wenn die Leute nach der Krise alle mit Gutscheinen ins Kino gehen, dann fehlt zu diesem Zeitpunkt wieder das Geld.“ Deshalb formulierte Stöver, als Rigbers ihm die bestellten Tickets mit Sicherheitsabstand überbrachte, eine weitere Idee. „Vielleicht können ja Betriebe gleich mehrere Karten ordern und sie dann an verdiente Mitarbeiter weitergeben. Aber am besten immer nur eine Karte, damit die Leute dann später in Begleitung kommen und so Geld in die Kasse bringen.“

Dank für jede Form der Unterstützung in Corona-Krise

„Für jede Form der Unterstützung möchten wir uns auf jeden Fall bedanken“, so Rigbers, der ahnt, dass die gesetzliche Schließungsfrist bis zum 18. April noch nicht das Ende der Leidenszeit für seinen Betrieb sein wird. Für Wildeshausen hingegen könnte ohne Solidarität eine Zeit komplett ohne Kino beginnen, wenn sowohl private Zuwendungen als auch staatliche Unterstützung nicht helfen, die Einrichtung zu sichern, die der Kreisstadt ein Alleinstellungsmerkmal und so Attraktivität in der Innenstadt sichert.

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