Feuerwehrkameraden gleich in Hanstedt voll gefordert / Jetzt üben vier Gruppen

Ernstfall für die Drehleiter fünf Tage nach der Schulung

Am Donnerstagabend wurde eine Gruppe in der Handhabung des Druckbelüfters geschult. - Foto: Rohdenburg

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Neun Wildeshauser Feuerwehrkameraden holten am 10. Dezember die neue Drehleiter aus Ulm ab. Sie wurden vor Ort zwei Tage im Umgang mit dem Fahrzeug sowie den speziellen Komponenten ausgebildet. Das war gut so, denn schon fünf Tage später wurde dringend eine zweite Drehleiter bei dem Großbrand in Hanstedt benötigt.

In diesen Tagen sollen insgesamt vier Gruppen mit rund 25 Kameraden ausgebildet werden, damit die Drehleiter ab 2018 jederzeit einsetzbar ist.

Fast ein Jahr haben die ehrenamtlichen Brandschützer auf das neue Fahrzeug gewartet, das nach Bedarf im gesamten Kreisgebiet eingesetzt werden soll. Die Drehleiter kommt von Magirus und wurde auf ein Mercedes-Fahrgestell gebaut. Mit zahlreichen Sonderfunktionen kostete das neue Fahrzeug 670 000 Euro. Die Hälfte davon hat der Landkreis bezahlt.

„Die alte Drehleiter ist mehr als 25 Jahre alt“, sagt der stellvertretende Wildeshauser Ortsbrandmeister Conrad Kramer und blickt auf das Typenschild. Baujahr 1991 steht darauf. Das Fahrzeug war unter anderem in Bremen und Hannover eingesetzt und konnte schließlich für Wildeshausen erworben werden, weil hier dringend eine Drehleiter her musste.

Die Einsatzkräfte müssen jeweils rund 20 Stunden Ausbildung absolvieren, um alle Funktionen zu beherrschen. „Die Bedienung ist spiegelverkehrt zum alten Fahrzeug“, erklärt Kramer. Durch den neuen Gelenkarm habe die Drehleiter Zusatzfunktionen, die bei dem alten Fahrzeug nicht möglich waren. So kann die Apparatur in engen Straßen eingesetzt und derartig abgeknickt werden, dass die Gebäuderückseite über das Dach erreicht werden kann. Als Zusatzteil ist ein Druckbelüfter geordert worden. Es gibt eine Krankentragehalterung, einen speziellen Wasserwerfer und den Rescueloader, um übergewichtige Menschen aus einem Gebäude holen zu können, ohne die Treppe zu nutzen. „Bislang wurden wir dafür zwei bis dreimal pro Jahr als Unterstützung für den Rettungsdienst angefordert“, erzählt Kramer. Er rechnet aber damit, dass sich diese Einsatzzahlen erhöhen werden.

Für die Kameraden ist es natürlich ein schönes Gefühl, mit ganz neuem Gerät zu proben. Damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt, wird derzeit bei jedem Wetter geübt. Ab dem 8. Januar soll die alte Drehleiter außer Dienst gestellt werden. Es gibt schon Interessenten aus der Region, die kurzfristig nach einem Ersatzfahrzeug suchen. So hat die Stadt Twistringen in Wildeshausen angefragt.

In der Kreisstadt muss aber auch schon bald der Fuhrpark weiter erneuert werden. Im Haushaltsplan steht als nächstes Fahrzeug ein Löschfahrzeug  16, das voraussichtlich in 2019 angeschafft werden muss. Das Tanklöschfahrzeug, das ursprünglich als nächstes dran war, ist nach Kramers Angaben noch in einem so guten Zustand, dass es erst danach bestellt werden muss. Für alle Fahrzeuge gibt es nun genug Platz im neuen Feuerwehrhaus in der Pagenmarsch. Im kommenden Jahr soll die moderne Drehleiter im Rahmen eines Tages der offenen Tür besichtigt werden können. Es ist auch noch eine offizielle Übergabe geplant. Bis dahin düfte die Drehleiter aber schon einige Einsätze absolviert haben – mit gut ausgebildeten Wildeshauser Feuerwehrleuten.

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