Erinnerung an die Pogromnacht

Wildeshausen gedenkt getöteter Juden

Bodo Gideon Riethmüller würdigte die getöteten Juden in einer Rede.

Wildeshausen - Inzwischen liegen die Novemberpogrome genau 79 Jahre zurück. Der 9. November 1938 war der Tag, an dem organisierte Schlägertrupps jüdische Geschäfte und Gotteshäuser in Brand setzten. Tausende Juden wurden misshandelt, verhaftet oder getötet.

Ab diesem Tag begann der größte Völkermord in der Geschichte der Menschheit. Auch in Wildeshausen wurde während der Novemberpogrome die bereits entweihte und verlassene Synagoge komplett zerstört. 

Rund 70 Wildeshauser jeden Alters trafen zur Anteilnahme auf dem jüdischen Friedhof ein. Die jüngste Teilnehmerin war erst ein Jahr und zehn Monate alt. Bodo Gideon Riethmüller, Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde Oldenburg und zuständig für die jüdischen Friedhöfe in Niedersachsen, hieß die Besucher herzlich willkommen. 

Neben dem Kippa tragenden Bürgermeister Jens Kuraschinski, waren auch zahlreiche Schüler des Gymnasiums und der Realschule vor Ort. Man wisse nicht, was den Juden in Wildeshausen widerfahren ist, da es keine belegbaren Auskünfte gebe, so Riethmüller. Jedoch stehe fest, dass jeder Deutsche sich schuldig gemacht hat, indem er keinen Widerstand leistete. Heutzutage sei es die Alternative für Deutschland (AfD), die den Juden in Deutschland das Leben unnötig erschwere.

Bürgermeister Kuraschinski bestätigte die Worte Riethmüllers. „Derartiges darf sich nie wiederholen“, betonte er. Zudem solle man sämtliche Anfänge von Rassismus frühzeitig beenden. Ari Eisel, ebenfalls Teil der jüdischen Gemeinde Oldenburg, beendete das Ritual mit einem jiddischen Gedicht. 

„Mögen die Juden ruhen in Frieden“, ergänzte Riethmüller abschließend. Im Anschluss zogen sämtliche Teilnehmer in einem Erinnerungsgang durch die Wildeshauser Innenstadt. Zwischenstopps wurden gegenüber der zerstörten Synagoge und bei den Stolpersteinen gemacht. lo

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