Austausch für europäisches Miteinander: Evroner zu Besuch in Wildeshausen

„Erfahrung möchte ich an meine Kinder weitergeben“

Das Blasorchester Wildeshausen sorgte beim Stadtempfang für zünftige Töne und beste Stimmung.

Wildeshausen - Wenn der Wildeshauser Bürgermeister Jens Kuraschinski in seiner Begrüßungsrede plötzlich nur noch französisch spricht, dann kann das nur eins bedeuten: Die Freunde aus der französischen Partnerstadt Evron sind wieder in der Wittekindstadt. 76 Franzosen verbrachten das Osterwochenende bei Freunden.

Neben privaten Aktivitäten und Ausflügen mit den Wildeshauser Gastfamilien bildeten der feierliche Stadtempfang im historischen Rathaussaal am Sonnabend sowie der Ausflug ins Museumsdorf Cloppenburg am Sonntag und das anschließende gemeinsame Konzert in der Alexanderkirche feste Programmpunkte.

Für seine feierliche Begrüßung hatte Bürgermeister Jens Kuraschinski sich vorgenommen, die französischen Freunde nicht mit einer langen deutschen Rede zu langweilen. Vielmehr erfolgte seine ebenso kurze wie herzliche Begrüßung der Gäste ausschließlich auf Französisch. Nachdem er kurz gewarnt hatte, dass seine letzte Französischstunde bereits mehr als 25 Jahre zurück liege und für die Franzosen ergänzte, dass mit seinem sprachlichen Exkurs möglicherweise „quelque chose désastreux“ – also „etwas Katastrophales“ – folge, hatte er die Lacher und Sympathien bereits auf seiner Seite.

Eine Person vermisste Kuraschinski jedoch in der großen Delegation. „Habt ihr Joel vergessen?“, fragte er in die Runde und lud die Gäste gleich darauf ein, in vier Jahren mit einer großen Abordnung und Bürgermeister Joel Balandraud zum Wildeshauser Stadtjubiläum wieder zu kommen.

Unabhängig davon organisiert das Partnerschaftskomitee die gegenseitigen Besuche im jährlichen Rhythmus. Dafür sorgen als Präsidentinnen des Komitees Elke Korinke auf Wildeshauser und Carine Choisnet auf französischer Seite. Alle zwei Jahre besucht seit mehr als 35 Jahren eine Gruppe aus Evron am Osterwochenende Wildeshausen. Dazu gehört auch der Austausch unter Musikern: Seit jeher beteiligen sich das Blasorchester Wildeshausen (BLOW) und das Orchestre Municipale d’Evron aktiv am Austausch.

Erstmals luden beide Gruppen am Sonntag gemeinsam zu einem öffentlichen Konzert in die Alexanderkirche ein. Die BLOW-Mitglieder sorgten mit ihrer musikalischen Begleitung außerdem zu Ehren der französischen Freunde für zünftige Töne und beste Stimmung beim Stadtempfang. Zwischendurch kamen die Vertreter der Städte und des Komitees zu Wort.

Viele deutsch-französische Freundschaften haben sich während der vergangenen dreieinhalb Jahrzehnte gebildet. So konnte Choisnet berichten, dass viele Evroner zum wiederholten Mal Wildeshausen besuchen, dass aber dennoch der Großteil der diesjährigen Gruppe zum ersten Mal dabei sei – darunter viele Kinder. Die Wildeshauser durften eine weitaus größere Zahl an Gästen als in den vergangenen Jahren begrüßen. Zum 35-jährigen Partnerschaftsjubiläum war 2015 eine 40-köpfige Delegation aus der Wittekindstadt nach Evron gereist.

Als Vertreterin der Stadt Evron betonte Sophie Lechat-Gatel, Beigeordnete für Kultur und Tourismus, wie sehr ihr die Partnerschaft auch persönlich am Herzen liege und wie wichtig sie für ein europäisches Miteinander über die wirtschaftliche Zusammenarbeit hinaus sei. „Die Reise von Evron nach Wildeshausen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert“, stellte Lechat-Gatel in ihrer deutschen Rede fest. Früher musste ein Stopp für den Zoll eingelegt werden, jetzt weisen nur Schilder auf den Landeswechsel hin.

„Partnerschaften wie die unsere tragen dazu bei, dass ein europäisches Miteinander auf kultureller Ebene möglich ist“, so Lechat-Gatel. „Das möchte ich an meine Kinder weitergeben, die in diesem Jahr zum ersten Mal in Wildeshausen mit dabei sind.“

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