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Einjähriges Messprogramm abgeschlossen

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Eine rot-weiße Mess-Box, im Hintergrund ist eine Erdgasförderanalage zu sehen.
Mit eher unscheinbaren Messebehältern (l.) hat ein Prüfinstitut die Luftqualität in der Nähe von Erdgasförderanlagen untersucht. Insgesamt waren 70 Standorte in Niedersachsen betroffen, 40 davon – unter anderem im Landkreis – gehören zum Konzern Exxonmobil (Auszug). © Exxonmobil

Landkreis – Der „Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie“ (BVEG) hat ein Jahr lang die Luftqualität in der Nähe von 70 Erdgasförderanlagen in Niedersachsen in Hinblick auf aromatische Kohlenwasserstoffe überprüft. Der Energieversorger Exxonmobil war mit 40 Messstellen daran beteiligt, darunter einige im Landkreis Oldenburg und in benachbarten Landkreisen (wir berichteten).

Nach der Messphase liegen nun die Kernergebnisse der Auswertung der erhobenen Daten vor, wie der Konzern und die BVEG jetzt mitgeteilt haben. Demnach wurde kein Einfluss auf die Umgebungsluft durch die benachbarte Erdgasförderung erkannt. Die gesetzlichen Grenzwerte seien „deutlich unterschritten“ worden, nach Angaben des Unternehmens „um mehr als 90 Prozent“: Die gemessenen Werte liegen auf einem Niveau, „das landesweit auch in Gegenden anzutreffen ist, in denen keine Erdgasförderung erfolge“, heißt es. Exxonmobil habe vorab ihre 40 an den Messungen beteiligten direkten Nachbarn schriftlich über die individuellen Ergebnisse informiert und sich ausdrücklich für die Mitwirkung bedankt, heißt es in der Mitteilung des Energiekonzerns. Zu den Messstellen im Nordwesten gehören etwa:

„Ein Jahr lang liefen die landesweiten Messungen der Umgebungsluft in Niedersachsen, mit denen die Erdgasindustrie mögliche Immissionen aromatischer Kohlenwasserstoffe in der Nähe ihrer Förderplätze erfassen ließ“, erläutert die BVEG das Verfahren in ihrer Mitteilung zu der Auswertung. Die Messungen seien durch das unabhängige Prüfinstitut „Müller-BBM“ im Zeitraum von Oktober 2020 bis September 2021 an 70 Wohnorten mit geringer Entfernung zu einer Erdgas-Förderanlage umgesetzt worden.

Dabei seien keine auffälligen Belastungen festgestellt worden, resümiert der Interessenverband. „Im Ergebnis liegen die Immissionen an allen Messpunkten deutlich unter den Grenz- und Beurteilungswerten für die Außenluft zum Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt. Das ist eine wichtige Information, für die Menschen vor Ort, aber auch für unsere Industrie, die sich einer verantwortungsvollen Förderung hier im Land verschrieben hat“, wird der BVEG-Hauptgeschäftsführer Ludwig Möhring zitiert. Dadurch mache sich der Verband „messbar“ und komme damit dem „gestiegenen Interesse nach Transparenz“ in den Förderregionen nach. „Gleichzeitig schaffen wir die Basis für eine faktenbasierte Bewertung vom Einfluss der Erdgasförderung auf unsere Umgebung“, so Möhring.

In der Außenluft über den zwölfmonatigen Messzeitraum seien an allen Messpunkten im Mittel Benzolkonzentrationen von 0,4 Mikrogramm je Kubikmeter (µg/m³) gemessen worden. Die durchschnittlichen Werte an den einzelnen Messpunkten lägen zwischen 0,3 und 0,6 µg/m³. Der gesetzliche Grenzwert von 5 µg/m³ liege demgegenüber rund zehn Mal höher als die gemessenen Durchschnittswerte, rechnet die BVEG vor.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommen demnach auch die Messungen der aromatischen Kohlenwasserstoffe Toluol, Ethylbenzol und Xylole: Die Konzentrationen an den 70 Messpunkten lagen laut BVEG „sogar noch weiter unterhalb der jeweiligen Ziel- und Orientierungswerte“.

Alexander Ropertz, Geschäftsführer des Prüfinstituts Müller-BBM folgert in der Pressemitteilung aus den Ergebnissen: „Es wird deutlich, dass sich die gemessenen Werte auf einem typischen landesweiten Hintergrundniveau bewegen, das wir auch in Gegenden sehen, in denen keine Erdgasförderung erfolgt. Ein negativer Einfluss der Erdgasförderung auf die Umgebungsluft bei den Nachbarn lässt sich aus den Messergebnissen nicht feststellen.“

Der ausführliche Bericht Prüfinstituts soll spätestens Anfang 2022 auf der Internetseite der BVEG veröffentlicht werden. Dort sind bereits jetzt schon Hintergrundinformationen zu dem Messverfahren („White Paper“) abrufbar.

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