Preise für kalte Nascherei bleiben trotz teurer Vanille stabil 

Entwarnung für Wildeshauser Eis-Freunde

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Magrita Pfalzgraf und ihre Tochter Simone Schrott (v.l.) tragen nicht zur Vanille-Knappheit bei – sie haben sich bei ihrem Gang durch Wildeshausen am Freitagmorgen für andere Sorten entschieden.

Wildeshausen - Die Vanillepreise sind stark gestiegen – bis zu 600 Euro kostet ein Kilogramm des begehrten Gewürzes aufgrund der hohen Nachfrage derzeit. Wir haben uns in Wildeshauser Eisdielen umgehört, wie sich die Teuerung auf ihr Geschäft auswirkt.

Die Beliebtheit des Vanilleeises hilft nicht, die Knappheit zu entschärfen. In Wildeshausen steht die Sorte weiterhin an der Spitze der Beliebtheitsskala. „Sie läuft am besten“, berichtet Fernando Saraiva. Der Inhaber des Eiscafés Dolomiti an der Westerstraße spürt den Preisanstieg. „Sonst haben wir 100 bis 150 Euro für ein Kilo bezahlt“, so Saraiva. „Jetzt ist es ungefähr fünf mal so viel“. Die gestiegenen Kosten will er aber vorerst nicht an die Kunden weitergeben, wenngleich die Entwicklung „deutlichen Einfluss auf das Portemonnaie“ habe. Kein Wunder: Das Dolomiti produziert monatliche mehrere Hundert Kilogramm der kalten Süßspeise – das summiert sich. Dennoch ist Saraiva mit der Saison zufrieden: „Es läuft besser als im vergangenen Jahr.“

Im Eislabor sorgt Stefan Bianchi bei Temperaturen von rund 40 Grad Celsius für süßen Nachschub.

Bei der Hitze seien vor allem fruchtige Sorten besonders gefragt, „weil sie besonders erfrischend sind“. Außerdem sorge die Wetterlage für einen Anstieg des Außer-Haus-Geschäfts. Vielen Gästen sei es draußen momentan einfach zu heiß, sodass sie sich zum cremigen Genuss ein schattiges Plätzchen suchen.

Auch Stefan Bianchi, Inhaber des Eiscafés Italia, ebenfalls an der Westerstraße gelegen, ist mit dem Geschäft zufrieden. „Diese Saison würde ich mir am liebsten einrahmen, so gut ist sie“, berichtet er. Auch bei ihm laufen die klassischen Sorten wie Schokolade, Erdbeer sowie Stracciatella am besten – und natürlich Vanille. Doch Bianchi merkt nichts von der Preissteigerung: „Ich zahle immer dasselbe“, erzählt er. Dadurch, dass er große Mengen abnehme, erhalte er Sonderkonditionen bei den begehrten Schoten: „Die Masse macht den Preis.“ Dennoch berichtet er von gestiegenen Kosten beim Rohstoff-Einkauf. Die verarbeitet Bianchi im Eislabor im hinteren Teil des Lokals. Was dem Namen nach bei Außentemperaturen von deutlich mehr als 30 Grad wie ein himmlischer Arbeitsplatz scheint, sei in Wirklichkeit „die Hölle“, so Bianchi. Denn in der Produktionsstätte herrschten um die 40 Grad. Grund dafür sei die heiße Abluft der Kühlgeräte. Acht bis neun Stunden verbringt er täglich dort und sorgt für Nachschub.

Fernando Saraiva ist mit der Eis-Saison zufrieden.

Im Eiscafé Da Ros ist der Preisanstieg bei Vanille ebenfalls nicht aufgefallen: „Wir merken das nicht“, heißt es. Auch dort sei der Trend zum Außer-Haus-Verkauf zu spüren. Bei Temperaturen von mehr als 25 Grad kämen außerdem mehr Gäste in den kühleren Abendstunden.

Magrita Pfalzgraf und ihre Tochter Simone Schrott haben sich dagegen bereits zur Mittagszeit für die Erfrischung in der Waffel entschieden – und auf Vanille verzichtet. Während die Mutter stets Amarena-Kirsch und Joghurt wählt, ist Schrott experimentierfreudiger: „Ich probiere alles.“ 

pp

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