PAK-Sanierung in Hauptschule

Entsorgung verschlingt 30 000 Euro

Kreiszeitung Syke

Wildeshausen - Von Joachim Decker· Die Klassenräume sind verwaist, aber dennoch herrscht in der Wildeshauser Hauptschule emsiges Treiben – die Bauarbeiter sind in den Räumen. Vorrangig führen die Experten der Firma Habekost Umweltschutz und Fassadenbau in sechs Räumen PAK-Sanierung (Poly-Aromatische Kohlenwasserstoffe) durch. Nur mit spezieller Schutzkleidung dürfen die Arbeiter die Räume durch eine Schleuse betreten.

„Es kamen immer wieder Klagen, dass es in den Räumen übel riecht“, erzählen Jens Kuraschinski, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, und Bauingenieurin Martina Möhlenbrock, die sich vor Ort ein Bild vom Fortgang der Arbeiten machen. „Messungen haben Werte von bis zu 30 000 Nanogramm PAK pro Kubikmeter ergeben. Der zulässige Höchstwert liegt bei 2 000 Nanogramm.“ Hierzu teilt Kuraschinski jedoch mit, dass der Höchstwert in der Realschule bei 140 000 Nanogramm gelegen habe.

„Der Schulbetrieb war hier durch die Belastung nicht beeinträchtigt, da es sich nicht um Klassenräume handelt, in denen sich ständig Schüler aufhalten“, sagt Martina Möhlenbrock. Somit sei es auch möglich gewesen, von der Feststellung – etwa acht Wochen vor den Ferien – bis zum Ferienbeginn den Schulbetrieb über intensives Lüftungsverhalten aufrecht zu erhalten.

Die Experten sind jetzt damit beschäftigt, die Räume zu „entkernen“. Will heißen, dass Fußboden, Putz und auch Decken komplett entfernt werden, so dass nur noch die nackten Wände stehen bleiben. „Dann wird eine erneute Messung durchgeführt, ehe mit dem Neuaufbau der Räume begonnen werden kann“, erklärt Kuraschinski. Allein in die Entsorgung dieses kontaminierten Materials würden etwa 30 000 Euro investiert.

Im Untergeschoss präsentiert Martina Möhlenbrock einige Räume, die ihre „ganz normale Sanierung“ schon hinter sich haben – mit neuen Türen, neuen E-Anlagen und schon bald einem neuen Fußboden: „Wir verfahren hier nach der Prioritätenliste, die vom Rat aufgestellt wurde. Insgesamt stehen für Sanierung und Erneuerung jeweils 375 000 Euro zur Verfügung.“ Auch wenn der Haushalt erst am Mittwoch freigegeben würde, habe die Stadt für die Maßnahmen in der Hauptschule aus Dringlichkeitsgründen bereits vor der Freigabe grünes Licht bekommen. „Um den Schulbetrieb nach den Ferien gewährleisten zu können, mussten wir mit den Arbeiten eben rechtzeitig starten“, betont Kuraschinski.

Allerdings werden die Bauarbeiter in den Herbstferien erneut in der Hauptschule Einzug halten. „Im August schreiben wir verschiedene Arbeiten aus, die dann in Angriff genommen werden sollen“, erzählt Martina Möhlenbrock. Unter anderem gebe es einige neue Fenster, Bodenbeläge und Sonnenschutz-Lamellen für die Klassen. Zudem müssten an vielen Stellen die E-Anlagen erneuert werden.

Die Kosten müssen von der Stadt allein „geschultert“ werden. „Die letzten Gelder aus dem Konjunkturpaket wurden bereits während der Osterferien verbaut“, sagt Kuraschinski.

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