Landgericht Oldenburg: 49-jähriger Harpstedter soll Jugendlichen sexuell missbraucht haben

Entlastungszeuge betrunken: Prozess vertagt

Schwierige Wahrheitsfindung: Der Missbrauchsprozess vor dem Landgericht muss fortgesetzt werden.
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Schwierige Wahrheitsfindung: Der Missbrauchsprozess vor dem Landgericht muss fortgesetzt werden.

Harpstedt/Wildeshausen/Oldenburg – Immer neue Beweisanträge der Verteidigung und die Trunkenheit eines Zeugen haben am Montag vor dem Oldenburger Landgericht ein mögliches Ende im Harpstedter Missbrauchsprozess verhindert. Angeklagt in dem Verfahren ist ein 49 Jahre alter Mann aus der Samtgemeinde Harpstedt. Er soll am 29. August 2019 einen 15-jährigen Jungen vergewaltigt haben. Das aber bestreitet er vehement.

Bei dem Prozess handelt es sich um ein Berufungsverfahren, denn das Jugendschöffengericht des Amtsgerichtes in Wildeshausen hatte den Mann im Sommer wegen sexueller Nötigung eines Minderjährigen zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren und zwei Monaten verurteilt.

Das Opfer, ein Jugendlicher aus Ganderkesee, hatte direkt nach der Tat über seine Eltern Anzeige erstattet. Im Intimbereich des 15-Jährigen waren DNA-Spuren des Angeklagten gefunden worden.

Gutachter widerlegt Argumentation der Verteidigung

Die Verteidigung hatte nicht ausgeschlossen, dass sich der Junge nach dem Baden auf dem Grundstück des Angeklagten mit dem Handtuch des Angeklagten abgetrocknet hatte und so die DNA des Angeklagten in den Intimbereich gelangt sein könnte. Ein Gutachten hatte das aber widerlegt.

Es folgte ein Beweisantrag nach dem anderen. Seit dem 9. November wird schon verhandelt. Am Montag sollte eigentlich Schluss sein. Die Verteidigung ist aber nach wie vor bemüht, die Glaubwürdigkeit des 15-Jährigen zu erschüttern.

Verteidigung mit neuen Beweisanträgen

Der Jugendliche hatte sich auf eine Stellenausschreibung des Angeklagten bei Ebay-Kleinanzeigen gemeldet. So kam es zu einem Kontakt für den Gelegenheitsjob. Doch schon am ersten Arbeitstag habe der Angeklagte ihn unsittlich berührt, als man mit dem Kleinlaster in Bremen-Nord unterwegs gewesen sei, hatte der 15-Jährige erklärt. Später sei es dann zu dem schweren sexuellen Missbrauch im Haus des Angeklagten gekommen.

Doch schon den Vorfall im Kleinlaster könne es gar nicht gegeben haben, meinte die Verteidigung. Das Führerhaus sei zu groß. Der Angeklagte als Fahrer könne gar nicht bis zum Beifahrer greifen. Um das zu belegen, hatte der Angeklagte seinen Kleinlaster mit zum Gericht genommen. Die Verteidigung stellte den Antrag, eben in diesem Kleinlaster einen Ortstermin stattfinden zu lassen. Das Gericht kam dem auch nach. Die Richter setzten sich in den Kleinlaster, der vor dem Landgerichts-Gebäude geparkt war. Sie griffen hin und her. Was sie dabei festgestellt hatten, ist noch nicht bekannt. Es schien aber so, dass das Anfassen des Beifahrers mühelos möglich ist.

Polizei kann Zeugen nicht finden

Blieb noch die Vergewaltigung am Haupt-Tattag. Da sollten mögliche Entlastungszeugen beeinflusst worden sein, vor Gericht nicht zugunsten des Angeklagten auszusagen, so die Verteidigung. Das wurde erst am Montag bekannt. Sofort wurde der angebliche Entlastungszeuge geladen. Doch der Mann war betrunken und wollte nicht kommen. Die Polizei konnte ihn unter seiner Adresse nicht finden. So muss der Prozess am 20. Januar fortgesetzt werden.

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