Verbindung an Kreisstraße nicht befahrbar

Endstation mit Rollstuhl-Bike, weil Radweg verdreckt ist

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Der Versatz neben dem Radweg an der Kreisstraße wird immer tiefer und gefährlicher für Radfahrer .

Colnrade/Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Julius Dauskat aus Colnrade ist jährlich bis zu 12.000 Kilometer mit seinem Rollstuhl-Handbike auf den Radwegen der Region unterwegs. Mehrmals wöchentlich fährt er die Strecke entlang der Kreisstraße in Richtung Wildeshausen. Wenn der Weg frei ist – denn solch einen „extrem schlechten Zustand“ wie entlang der Äcker in Pestrup findet er nach eigenen Angaben woanders nicht vor.

„Das betrifft Ausbau und Pflege“, sagt der 67-Jährige, der nach einem Arbeitsunfall vor sieben Jahren im Rollstuhl unterwegs ist. Mit dem Handbike fährt er noch nicht ganz so lange, doch er und sein „Rolli-Kollege“ Rene Schichold kennen die Radwege der Gegend genau. So kritisieren sie an der Strecke nach Wildeshausen an manchen Stellen starke Schäden durch Baumwurzeln, die notdürftig geflickt wurden. „Am schlimmsten ist aber im Herbst und Winter, wenn die Ackerfahrzeuge von den schlammigen Feldern auf die Straße fahren“, so Dauskat. Die riesigen Reifen verschmutzten den Radweg auf einige Meter so stark, dass man dort mit einem Rollstuhl-Handbike nicht mehr fahren kann. „Schwierig wird es auch im Herbst, wenn die Blätter gefallen sind“, so der Colnrader. „Es wird erst gesäubert, wenn alles Laub am Boden ist. Vorher ist der Weg für mich nicht nutzbar.“

Kanten extrem ausgefahren

In solchen Fällen weicht Dauskat schon mal auf die Straße aus. „Da wurde ich aber von der Polizei angehalten“, erinnert er sich. „Ich habe denen erklärt, dass ich auf dem Radweg nicht fahren kann. Die Polizistin war sehr verständnisvoll. Und erstaunlicherweise war der Weg am Abend gesäubert.“

Gar keine Probleme hat Dauskat, wenn es schneit. Da wird gut geräumt, zeigt er sich sehr zufrieden. Problematisch sei es erst, wenn die Streufahrzeuge ihren Dienst verrichtet haben. „Die Kanten des Weges sind danach teilweise extrem ausgefahren. Es gibt an manchen Stellen bis zu zehn Zentimeter Versatz“, berichtet Dauskat, dessen Bike relativ instabil ist. „Wenn ich da hineingerate, dann gehe ich über Kopf“, schildert er die Gefahr.

An der Stelle, an der Ackerfahrzeuge vom Feld kommen, ist der Radweg praktisch nicht mehr zu sehen.

Der 67-Jährige hat seinen Angaben zufolge schon mehrfach auf die seit vielen Jahren bestehenden Missstände hingewiesen. „Aber passiert ist nichts“, sagt er als Grund, warum er nun zur Zeitung gegangen ist.

Stark verdreckte Wege melden

Dieter Hahn, Leiter des Amtes für Bodenschutz und Abfallwirtschaft beim Landkreis Oldenburg weist darauf hin, dass Bürger sehr stark verschmutzte Fahrbahnen sowie Radwege der Polizei oder der Feuerwehr melden sollten. Wer die Straße verschmutze, müsse diese unverzüglich säubern und den Dreck ausreichend kenntlich machen. „Das heißt, dass Landwirte durch abgefallenen Dreck verschmutzte Radwege oder Fahrbahnen fegen und mit Schildern absichern müssen“, so Hahn. „Wer dies nicht macht, muss ein Bußgeld zahlen.“

Der Landkreis weist aber auch darauf hin, dass 280 Kilometer Kreisstraßen sowie 248 Kilometer Radwege an diesen Verbindungen von insgesamt drei Straßenmeistereien betreut werden, wobei diese auch für Bundes- und Landesstraßen zuständig sind. „Die Meistereien reinigen die Fahrbahnen und Radwege vor allem nach Bedarf mit Blick auf die Verkehrssicherheit. Sie müssen allein im Herbst zu Laubzeiten drei Mal gereinigt werden“, so Hahn. „Hinzu kommt mindestens eine Reinigung im Frühjahr nach der Räum- und Streuzeit.“

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