„Endlich einmal die Realitäten anerkennen“

Bürgerinitiative Kaiserstraße kämpft weiter für Minderung des Verkehrs

Wildeshausen - Mit großem Unverständnis verfolgt die Bürgerinitiative (BI) Kaiserstraße die in den vergangenen Wochen in dieser Zeitung ausgetragenen Dialoge diverser Ratsherren über die Verkehrsplanung in der Kreisstadt. Geradezu gebetsmühlenartig werde an Positionen festgehalten, anstatt sich sachlich um die Lösungen von Problemen im Sinne der Bürger zu bemühen.

„Vielleicht wäre es zunächst einmal ratsam, endlich die Realitäten anzuerkennen. Wildeshausen fehlt nun einmal der Ostring, der starke Verkehr in Nord-Süd-Richtung ist nicht in Luft auflösbar und kann neben dem Westring eben nur durch die beiden innerstädtischen Hauptverkehrsadern Kaiserstraße/Wittekindstraße und Heemstraße/Im Hagen aufgenommen werden“, stellt die BI fest.

„Die Route ist gut ausgebaut“

Von daher sei es wenig zielführend, immer auf vielleicht vor 20 Jahren an die Anwohner der Kaiserstraße gemachten Zusagen zu beharren. Gleichermaßen überholt sei aber auch das immer reflexartig von der Lobby der Heemstraße vorgebrachte Schutzargument, wegen der daran gelegenen Schulen dürfe dorthin kein Verkehr verlagert werden. „Die Route ist gut ausgebaut und kann mehr Verkehr tragen, was sich sicherlich auch über ein Gutachten bestätigen ließe. Sämtliche öffentliche Verkehrslasten wie zum Beispiel. Schulbusse und Müllfahrzeuge liefen bisher einzig über die Kaiserstraße“, betont die BI. Zudem sei diese täglich mit rund 2 .500 Verkehrsbewegungen mehr belastet als die Heemstraße. Dies seien Fakten, die auch das jüngste Verkehrsgutachten eindeutig festgestellt habe. Die Kaiserstraße sei demnach erheblich zu entlasten.

„Niemand möchte den Verkehr mit seinen Belastungen haben, aber es kann nicht weiterhin die Lösung sein, die Heemstraße auf Kosten der Kaiserstraße schadlos zu halten. Eine gleichmäßige Lastenverteilung auf die beiden Routen ist längst überfällig“, meint die BI. Eine Einbahnstraßenregelung auf der Kaiserstraße/Wittekindstraße sei zwar eine funktionierende Lösung, würde aber die Erreichbarkeit der Parkplätze auf dem Gildeplatz und somit die Attraktivität der Innenstadt beeinträchtigen. „Die Sorgen der Kaufleute nehmen wir ernst, und somit könnte die vorgeschlagene bauliche Einfahrsperre für Schwerfahrzeuge auf die Wittekindstraße in Verbindung mit einer Beruhigung der Kaiserstraße/Wittekindstraße durch Schwellen und Fahrbahnverengungen ein für alle Seiten tragfähiger Kompromiss sein“, schreibt die BI. Die Feuerwehr könne auch dann noch über andere Anfahrtswege zeitgerecht jeden Ort der beiden Straßen erreichen. „Und wenn die Müllfahrzeuge nur noch in einer Richtung durchfahren können, stellen wir Anwohner gerne dafür unsere Mülltonnen auf die andere Straßenseite.“

„Anwohner leiden unter dem Lärm“

Völlig inakzeptabel sei die weiterhin geäußerte Kritik, die BI würde unangemessen Druck auf Politik und Verwaltung ausüben. Stadträte sollten nicht demokratische Grundpfeiler wie Meinungsfreiheit, Demonstrationsrecht, Pressefreiheit und das Recht zur Eingabe von Petitionen infrage stellen. „Es ist völlig legitim, nachdrücklich auf Missstände wie zum Beispiel die unfaire Verkehrsverteilung oder den massenweisen Verstoß gegen das Einfahrverbot für Lkw hinzuweisen und die Stadt zum Handeln aufzufordern. Menschen werden auf der engen Strecke gefährdet, Anwohner leiden unter dem Lärm“, betonen die Bürger.

Rubriklistenbild: © d pa

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