Betreiber plant in Aumühle Angebote für Radio-Club

Ende der Funkstille: Positive Signale vom Campingplatz

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Das Campingplatzgelände ist weitgehend geräumt.

Aumühle - Von Dierk Rohdenburg. Jahrelang war der Campingplatz in Aumühle mit Negativ-Schlagzeilen in den Medien. Dort waren illegale Bauten errichtet worden, wohnten Bulgaren in slum-ähnlichen Zuständen, fehlte es an Brandschutz und ordentlicher Abwasser- sowie Müllentsorgung. Nun gibt es von dort deutlich positivere Signale, denn mit Unterstützung von Funkamateuren plant Achim Breuer aus Gescher (Nordrhein-Westfalen) zusammen mit seiner Frau Ulrike Brendel und Mike Fried einen ganz neuen und kreativen „Aue-Camp“.

Breuer hat das 6,7 Hektar große Areal mit Badesee erworben und bereits eine positiv beschiedene Bauvoranfrage in der Tasche. Seine Pläne, und was daraus tatsächlich wird, werden jedoch vom Bauamt des Landkreises und den Anwohnern sehr genau beobachtet. „Negative Entwicklungen werden wir im Keim unterbinden“, kündigt denn auch Torsten Stuhr, stellvertretender Bauamtsleiter, an, sieht das Projekt aber positiv.

Nach Angaben von Breuer muss sich niemand Sorgen machen. Zunächst soll der restliche Müll vom Gelände geholt werden. Dann ist die Wiedereröffnung der Gaststätte „Schnitzelhaus“ geplant. „Dafür gibt es bereits eine Betreiberin, die sich eine Existenz aufbauen will“, so der Investor.

In diesem Jahr soll der Platz neu erschlossen werden. Vorgesehen sind zunächst 50 Stellplätze und ein neues Sanitärgebäude. Dazu kommen Wasser- und Abwasserleitungen, Stromanschlüsse, W-Lan und Kabelfernsehen.

Eröffnung im nächsten Jahr

Der Zelt- und der Wohnmobilstellplatz sollen nächstes Jahr eröffnet werden. „Nach heutiger Planung sind im Jahr 2022 alle Investitionen und Bautätigkeiten abgeschlossen. Dann werden wir in ein Bauleitplanverfahren einsteigen, das klären soll, ob wir auf der westlichen Hälfte des Platzes Ferienhäuser errichten dürfen“, heißt es in der Bauvoranfrage.

Auslöser für die Projektplanungen in Aumühle ist die Tatsache, dass der gemeinnützige Deutsche-Amateur- Radio-Club seit Jahren nicht mehr über einen eigenen Platz für den Amateurfunk verfügt. 2015 hatten einige der Funker beschlossen, ein Gelände zu erwerben und dafür den gemeinnützigen Verein DARC-Camp gegründet, der das Projekt in Aumühle nun ideell unterstützt. Neben dem „normalen“ Camping soll vor allem kreativen Köpfen eine Plattform geboten werden. „Unser Ziel ist es, dass wir voneinander lernen und Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Wissen jenseits von Handy und Fernseher vermitteln“, heißt es auf der Homepage des Zeltplatzes. Auf dem Platz gäbe es eine 180 Quadratmeter große Halle, in der eine Werkstatt eingerichtet werden solle. Zudem entsteht im Laufe eines Jahres aus einem Sattelauflieger ein Wohnmobil.

Das Lokal „Schnitzelhaus“ wird im kommenden Jahr zusammen mit dem Campingplatz eröffnen. 

Die Eckdaten für den Platz sind fixiert: Das „Schnitzelhaus“ soll einen Biergarten erhalten, über sieben Gästezimmer verfügen und ganztägig geöffnet sein. Der Campingplatz soll komplett neuaufgeteilt werden und im Endausbau 230 Parzellen haben. Jeweils vier Parzellen erhalten eine Versorgungssäule.

Es entsteht eine unparzellierte Zeltwiese von etwa 2300 Quadratmetern, auf der einerseits Durchgangscamper und Gruppen untergebracht werden, andererseits aber auch technische Versuche von Funkamateuren möglich sind. Auch hier gibt es Versorgungssäulen.

Der Betreiber plant, weitere 50 Wohnmobilstellplätze anzulegen, die über eine komplette Versorgung verfügen sollen.

Zum Gelände gehört ein in den 1960er Jahren angelegter Badeteich, der von den Gästen in vollem Umfang genutzt werden soll. Der Sandstrand wird wieder hergestellt, zudem ist eine Liegewiese geplant.

Im Endstadium könnte der neue Platz über insgesamt drei Sanitärgebäude verfügen. Das derzeit vorhandene Gebäude wird auf jeden Fall abgerissen.

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