Vortrag „Fachkräftemangel und die Perspektiven“

Empfehlung an Mittelständler: „Tun Sie Gutes und reden Sie darüber“

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Bürgermeister Jens Kuraschinski und MIT-Vorsitzender Ingo Hermes (r.) begrüßten Jutta Rump in der Aula der Privatschule und übergaben ihr unter anderem das Wildeshausen-Buch.

Wildeshausen - Wenn Unternehmer feststellen, dass die Anzahl an qualifizierten Bewerbern sinkt oder die Qualität der Bewerbungen durchwachsen ist, befindet sich die Firma möglicherweise in einem Fachkräfteloch.

Mit dem Vortrag „Fachkräftemangel und die Perspektiven“ wollten die Mittelstandsvereinigung (MIT) Wildeshausen sowie der Handels- und Gewerbeverein (HGV) Wildeshausen am Donnerstagabend Wege aus dieser Falle aufzeigen. Als Referentin hatten sie Professorin Dr. Jutta Rump, eine der führenden Wissenschaftlerinnen im Bereich Personalmanagement und Organisationsentwicklung, gewinnen können. Rump ist Direktorin des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE) an der Hochschule Ludwigshafen. MIT-Vorsitzender Ingo Hermes begrüßte in der Aula der Privatschule Gut Spasche 75 Gäste, darunter Wildeshausens Bürgermeister Jens Kuraschinski.

Welchen Einfluss der demografische Wandel, die zunehmende Digitalisierung, aber auch der Wertewandel über die Generationen hinweg auf die Unternehmen haben, war Inhalt des ersten Teils des Vortrags. Von den Baby-Boomern bis hin zu den XYZ-Generationen stellte Rump anschaulich die im Wandel befindlichen Bedürfnisse und Erwartungen der Arbeitnehmer an Unternehmen und ihr Arbeitsumfeld dar. „Der Fachkräftemarkt ist von einem Arbeitgeber- zu einem Arbeitnehmermarkt geworden“, sagte sie. „Wir leben in einer multioptionalen Gesellschaft. Wir haben immer die Wahl.“ In diesem Zusammenhang riet Rump zu langfristigen Personalstrategien: „Denken Sie in Szenarien und nicht in Zahlen.“

„Was können wir als Arbeitgeber bieten?“

„Was können wir als Arbeitgeber bieten und wo sagen wir Nein?“, war dann die Fragestellung in der zweiten Hälfte des Abends. Die Lösung sei nicht das 35. Arbeitszeitmodell, so Rump. Vielmehr spiele in Zeiten zunehmender Unsicherheit das Sicherheitsbedürfnis der Mitarbeiter eine größere Rolle. Hier sei der Mittelstand klar im Vorteil.

„Tun Sie Gutes und reden Sie darüber“, empfahl die Referentin den Gästen. Geld und Zeit seien zudem die zentralen Währungen auf dem Arbeitsmarkt. Motivationsfördernd sei es, die Mitarbeiter nach ihren Stärken und Talenten einzusetzen. Im Zuge der Nachhaltigkeit, so Rump, müsse der Arbeitgeber ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und Privatbereich (Work-Life-Balance) anbieten. Gleichzeitig solle er aber auch mal „Nein“ sagen können. Er müsse Leitplanken setzen.

Rump schloss mit der Empfehlung an die Unternehmer: „Es gibt nicht das eine Rezept, aber bewahren Sie ihre Identität, seien Sie eine Marke.“ 

hri

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