Martin Bruns transportiert Süßigkeiten emissionsfrei

Die letzte Schokofahrt

Übergabe: Martin Bruns überreicht Britta Gothieu vom Bioladen „flax“ die emissionsfrei transportierte Schokolade.
+
Übergabe: Martin Bruns überreicht Britta Gothieu vom Bioladen „flax“ die emissionsfrei transportierte Schokolade.

Wildeshausen – Zum neunten und letzten Mal hat der Wildeshauser Martin Bruns (67) diese Woche mit dem Fahrrad emissionsfrei Schokolade in die Kreisstadt transportiert. Er gehört zu einer Gruppe, die die „Oldenburger Schokofahrten“ betreibt. „Unsere Schokolade hat es jetzt endgültig hier im Nordwesten über den Biogroßhandel in einige Bioläden geschafft. Wir wünschen den Chocolatemakers für die Zukunft alles Gute und sehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge unser Projekt als erfolgreich beendet an“, sagt Dieter Hannemann, der die Touren organisiert. „Es ist ein Projekt. Und Projekte enden irgendwann mal“, ergänzt Bruns. Mittlerweile werde die spezielle Schokolade auch über den Großhandel angeboten.

Normalerweise geht es bei den Fahrten von Wildeshausen oder Oldenburg aus ins niederländische Amsterdam. Die Strecke beträgt rund 300 Kilometer – eine große Entfernung für Radfahrer, die wegen der Ausgangssperre in Wildeshausen an einem Tag hätte bewältigt werden müssen. Wegen der Pandemie sind keine touristischen Übernachtungen erlaubt. Und die Aktion wurde als eine private Initiative eingestuft, die nicht gewerblich unterwegs ist. Also brachten Elektrofahrzeuge die Schokolade nach Haren an der Ems – rund 100 Kilometer westlich von Wildeshausen. Dort holten die Schokofahrer die Ware ab.

Bruns musste ordentlich in die Pedale treten. „Ich bin früh los gefahren – sehr früh, nach dem Ende der Ausgangssperre“, berichtet er. Um 5 Uhr ging es am Donnerstag los. Schnee und Hagel sowie ordentlich Gegenwind erwarteten den Radfahrer, der gegen 20.15 Uhr wieder in der Kreisstadt war. Im Gepäck hatte Bruns 24 Kilogramm Schokoladenprodukte für den Bioladen „flax“ in Wildeshausen und 16 Kilo für zwei Händler in Oldenburg. Die lieferte er am Freitag an die Geschäfte aus.

Voll bepackt: 40 Kilogramm Schokolade transportierte Martin Bruns mit dem Fahrrad.

Eigentlich wollte Hannemann schon über Ostern mit Bruns und Co. nach Amsterdam aufbrechen, um die Schokolade von dort mit Fahrrädern nach Oldenburg zu transportieren. Die Coronakrise machte dem Projekt einen Strich durch die Rechnung. Internationale Fahrrad-Reisen waren über Ostern nicht ohne weiteres möglich. Um aber für viele einen Abschied von dem Projekt zu ermöglichen, sollte es eine letzte Tour geben.

Das Besondere an der Schokolade von den Chocolatemakers aus Amsterdam ist, dass der biologisch angebaute und zu fairen Bedingungen gehandelte Kakao mit dem Segelschiff „Tres Hombres“ emissionsfrei aus der Karibik nach Europa gelangt. In Amsterdam rösten und conchieren die Chocolatemakers selbst. Die Maschinen arbeiten dabei nur mit Solarstrom vom Dach der Fabrik.

„Meiner Meinung nach ist Schokolade ein Luxusgut und hat eine besondere Wertschätzung verdient. Der Herstellungs- und Transportaufwand ist groß. Wir machen ihn wieder erfahrbar und steigern damit auch den Genuss“, so Hanna Brunkhorst, die ebenfalls mi von der Partie war..

Hannemann hofft, dass viele Kunden mit dem Fahrrad kommen und Schokolade kaufen werden. „Auch um damit zu zeigen, dass umweltfreundliche Mobilität ein großes Potenzial hat, vor allem regional und innerstädtisch. Wir haben eine außergewöhnliche Tour gemacht, dagegen sind viele tägliche Wege oder der Wocheneinkauf ein Leichtes.“

Nicht nur Wildeshauser und Oldenburger haben bei der Schokofahrt mitgemacht. Bundesweit waren es 17 000 Tafeln, also 1 445 Kilogramm Schokolade, die emissionsfrei in die Läden gelangten. Pro Tafel werden etwa 30 Gramm CO2 eingespart, heißt es in einer Pressemitteilung. Alle Geschäfte, die die Süßigkeiten anbieten, sind auf der Webseite www.schokofahrt.de zu finden.  bor

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Israel greift Hamas-Tunnel an - Feuerpause nicht in Sicht

Israel greift Hamas-Tunnel an - Feuerpause nicht in Sicht

Bundesregierung: „Antisemitische Kundgebungen nicht dulden“

Bundesregierung: „Antisemitische Kundgebungen nicht dulden“

Rund 1750 Raketenabschüsse auf Israel - Viele Tote in Gaza

Rund 1750 Raketenabschüsse auf Israel - Viele Tote in Gaza

Massive Raketenangriffe: Israel antwortet mit Luftschlag

Massive Raketenangriffe: Israel antwortet mit Luftschlag

Meistgelesene Artikel

Flammen und Rauch: Erst brennen Fahrzeuge, dann ein Wohnhaus

Flammen und Rauch: Erst brennen Fahrzeuge, dann ein Wohnhaus

Flammen und Rauch: Erst brennen Fahrzeuge, dann ein Wohnhaus
Erstimpfungen nur noch wenige Tage möglich

Erstimpfungen nur noch wenige Tage möglich

Erstimpfungen nur noch wenige Tage möglich
Corona: So niedrig war der Inzidenzwert lange nicht

Corona: So niedrig war der Inzidenzwert lange nicht

Corona: So niedrig war der Inzidenzwert lange nicht

Kommentare