Auf Standpunkt geeinigt

Eltern wollen für ihre Schul-Standorte kämpfen

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Üben den Schulterschluss für den Erhalt aller Schulformen in Wildeshausen: die Mitglieder des Stadtelternrats Anke Repke-Wingenbach, Lothar Schulz und Christin Rollié (von links).

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Der Wildeshauser Stadtelternrat hat sich einstimmig für den Erhalt aller Schulformen in der Kreisstadt ausgesprochen – und damit ist ausdrücklich auch die Hunteschule gemeint. Das Gremium tagte am Dienstagabend im Stadthaus und einigte sich während einer langen und intensiven, aber sachlichen Diskussion auf diesen Standpunkt. Auch der mögliche Standortwechsel zwischen Hunte- und St.-Peter-Schule kam auf den Tisch. Große Freude über diesen Vorschlag herrscht bei den Eltern nicht. Stattdessen kochen die Emotionen wieder hoch, sobald das Thema zur Sprache kommt.

Lothar Schulz, Vorsitzender des Stadtelternrats, und Anke Repke-Wingenbach sowie Christin Rollié, die ebenfalls beide in dem Gremium sitzen, haben sich am Mittwochmittag zusammengefunden, um das Ergebnis der Sitzung zu kommunizieren. Repke-Wingenbach hat eine Tochter auf der Hunteschule, Rollié zwei Kinder auf der St.-Peter-Schule. Beide lehnen einhellig einen Tausch der Standorte ab, und auch Schulz lässt durchblicken, dass er kein Fan davon ist. 

„Wir wollen jetzt mobil machen und kämpfen“, sagt der Vorsitzende. Die Politik, die sich am 5. Februar auf Stadt- und am 6. Februar auf Kreisebene mit dem Tausch befasst, soll spüren, dass unter den Müttern und Vätern Unmut herrscht. Die St.-Peter-Schule befindet sich in Trägerschaft der Stadt, die Hunteschule in der des Landkreises.

200 statt 50 Schüler täglich auf der Heemstraße

Allerdings hat sich der Stadtelternrat grundsätzlich nur für den Erhalt aller Schulformen ausgesprochen, dies wäre bei einem Standortwechsel ja immer noch gewährleistet. Zumindest solange, bis die Hunteschule, dann am Standort St.-Peter, ausläuft. „Wenn wir tauschen würden, käme extremer Verkehr auf die Heemstraße zu“, geht Schulz für einen Moment mal davon aus, dass aus dem ungeliebten Vorschlag Realität wird. 

Die schieren Zahlen lassen aufhorchen: Statt gut 50 Hunteschülern müssten mehr als 200 St.-Peter-Schüler jeden Tag zweimal die Heemstraße passieren. Diese gilt schon zurzeit nicht gerade als verkehrsberuhigter Bereich. „Die Straße ist im Verkehrsgutachten rot markiert, und aus versicherungstechnischen Gründen müssen Erst- und Zweitklässler zur Schule gebracht werden“, führt Rollié an, die ein tägliches Chaos befürchtet.

Nur 26 Anmeldungen für St.-Peter-Schule

Das ist aus ihrer und Repke-Wingenbachs Sicht nicht der einzige Knackpunkt. So sei die St.-Peter-Schule für Grundschüler eingerichtet. Das fange mit kleinen Toiletten an und höre bei niedrigen Werkbänken und Küchenarbeitsplatten auf. In der Hunteschule seien die Maße eher für Erwachsene ausgelegt. Also müsste eine Menge umgebaut werden – mit entsprechenden Kosten. „Das ist doch dieses typische Klein-Klein“, ärgert sich Rollié.

Repke-Wingenbach ergänzt, dass die Hunteschüler sich bei einem Wechsel einen Hof mit den Mädchen und Jungen der Holbeinschule teilen müssten. Dabei käme der Altersunterschied zwischen den sechs- bis zehnjährigen Kindern und den älteren Jugendlichen zum Tragen. Es wäre kein Miteinander „auf Augenhöhe“, meint die besorgte Mutter.

Bleibt die Frage: Was tun, wenn nicht tauschen? Schulz setzt darauf, dass die Verwaltung verlässliche Kostenschätzungen zum Neubau einer zweizügigen Grundschule vorlegt. Das soll wohl während der Schulausschusssitzung am 5. Februar passieren.

Doch schon jetzt zeigt die Debatte Folgen, wie Rollié berichtet. So werde an der St.-Peter-Schule im Sommer nur eine Klasse, 26 Kinder, eingeschult. Offenbar haben die Eltern Angst, ihre Kinder an einer Schule anzumelden, deren Standort auf dem Spiel steht. Dafür gibt es wohl bald wieder eine neue Rektorin für die St.-Peter-Schule. Die Pädagogin soll den Posten am 1. Februar antreten, nachdem die alte Schulleiterin Brigitte Schmidt und Konrektorin Ingrid Lutze im Sommer 2016 in Pension gegangen waren.

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