Kämmerer verspricht detaillierte Infos

Modernisierung der Hunteschule: Eltern misstrauen der Verwaltung

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Die Hunteschule soll modernisiert werden.

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Der Umzug der St.-Peter-Schule ins Gebäude der Hunteschule in Wildeshausen im Jahr 2021 ist beschlossene Sache. Doch die Entscheidung und der Weg dahin haben bei vielen Eltern tiefes Misstrauen gegenüber der Verwaltung und Teilen der Politik geschürt. Stadtkämmerer Thomas Eilers versuchte, die Bedenken während der Bürgerfragestunde im Finanzausschuss am Donnerstagabend im Stadthaus zu zerstreuen. Er sicherte den Eltern der St.-Peter-Schule detaillierte sowie zeitnahe Informationen zum Umbau der Hunteschule zu. Diese soll für die Grundschüler modernisiert werden.

Mehrere Mütter hatten sich mit Fragen an die Verwaltung gewendet. Es ging ihnen um ein neues Verkehrskonzept für die viel befahrene Heemstraße, auf der in zwei Jahren viele Grundschüler unterwegs sein werden. Die Stadt sei wegen der Verkehrsplanung in Gesprächen mit dem Landkreis Oldenburg, so Eilers. Außerdem pochten die Eltern darauf, dass sowohl ein Anbau erstellt als auch die Unterrichtsräume modernisiert werden. Der Kämmerer sicherte zu, beides werde erfolgen, allerdings der Reihe nach. „Wir können nur in den Ferien arbeiten.“ Auf Nachfrage bestätigte er auch, dass ein Hort im Gebäude der Hunteschule eingerichtet werden soll.

„Wir sitzen doch alle in einem Boot“, warb Eilers um Vertrauen. „Die Verwaltung wird quartalsweise detaillierte Berichte zum Schultausch online stellen“, versprach er. Und zwar sobald die Planung der Arbeiten steht. Das könne „vielleicht schon vor den Sommerferien“ sein. Die Zeit wird zeigen, ob die Verwaltung damit die Bedenken der St.-Peter-Eltern zerstreuen kann.

Auch in der Politik gibt es nach wie vor Vorbehalte gegen das Projekt. Während der Sitzung des Finanzausschusses hatte Marko Bahr (FDP) vehement einen Wirtschaftlichkeitsvergleich zwischen dem Schultausch und der Alternative, dem Neubau einer Grundschule, eingefordert. Wohlwissend, dass sich die Maßnahme bereits in der Umsetzung befindet. Ein solcher Vergleich sei vor dem Tätigen einer Investition vorgeschrieben, aber in diesem Fall „nicht einmal ansatzweise“ erfolgt. Sollte der Ausschuss seinem Antrag nicht folgen, wolle er eine rechtliche Prüfung in Erwägung ziehen, kündigte der Liberale an.

Und in der Tat sprach sich der Ausschuss mit den Stimmen von SPD, CDU und Grünen gegen einen Wirtschaftlichkeitsvergleich durch ein externes Büro aus, der 10.000 Euro kosten würde. Auch weil Kämmerer Eilers klare Worte wählte: „Zehn Millionen Euro für einen Neubau stehen gegen rund drei Millionen Euro für den Tausch. Ich wüsste kein Szenario, bei dem die Folgekosten diese Differenz auffressen würden.“ Er hatte verschiedene Möglichkeiten anhand einer umfangreichen Tabellenkalkulation durchgerechnet. Zudem habe es einen Wirtschaftlichkeitsvergleich gegeben, so Eilers. Dieser müsse „im Wesentlichen“ und nicht „auf die dritte Nachkommastelle“ erfolgen. Gegen eine externe Überprüfung habe er nichts einzuwenden, betonte der Kämmerer.

Die hätte auch Rainer Kolloge (UWG) gerne gesehen. Allerdings unter etwas anderen Vorzeichen: „Es ist eine Finte, uns auf die Refinanzierungs- und Energiekosten zu lenken.“ Statt den Neubau mit dem Schultausch zu vergleichen, hätte man Letzteren mit einem Anbau an die St.-Peter-Schule vergleichen müssen. Dass dieser angeblich nicht möglich sei, habe als Legitimation für den Schultausch gedient, sei aber weggebrochen, merkte der Ratsherr an.

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