Verhandlungen des Gildegerichts

Elise Plietsch will bei Heinrich Boning Alimente eintreiben

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Mit einem Minion hatte es Carsten Kloster zu tun.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Wenn sich zwei redegewandte Originale begegnen, dann geht es gut zur Sache. Am Sonntag trafen Gilde-Staatsanwalt Heinrich Boning und die resolute Putzfrau Elise Plietsch (Dette Zingler) vor dem Gildegericht aufeinander.

Dabei kam Manches auf den Tisch, was die Zuschauer zum Lachen brachte. Plietsch hatte sich nach eigenem Bekunden einiges einfallen lassen, „um bis zu Boning und seinen Saufkumpeln vorgelassen“ zu werden. Sie sei gekommen, um die Alimente für die fünf gemeinsamen Kinder einzufordern, erklärte sie. 

„Ich mach das öffentlich, damit das Sozialamt weiß, wo es die Kohle herbekommen kann.“ Sie schien aber noch immer Zuneigung zum Staatsanwalt zu hegen, denn sie drückte ihm einen dicken Lippenstift-Kussmund auf die Wange und betonte: „Das ist das Tattoo des Tages.“

Boning wiederum freute sich, die Putzfrau wiederzutreffen, „eine Frau, die einen kaum zu Wort kommen lässt“. Aus diesem Grunde wollte er sich auch gleich mit ihr verabschieden, um das sechste Kind zu zeugen. Das wiederum traf nicht auf die Einwilligung von Plietsch. 

Heinrich Boning trinkt mit Elise Plietsch Eierlikör.

„Ich hatte mehr auf eine Zwangsverheiratung gehofft“, bekundete sie. Schließlich packte sie einen Eierlikör aus. Sie trank den „Klötenköm“ zusammen mit Richter Otto Böttcher und Boning, verabschiedete sich ohne Urteil und unter dem Beifall der Zuschauer.

Das Gericht hatte ohnehin einiges zu tun in der Mittagsstunde. Schwierig wurde die Verständigung, als ein Minion auftauchte und Laute von sich gab die nach „Vino“ klangen. Der Vorwurf, es habe einen Wachesoldaten umarmt und versucht, umzuwerfen, waren da schnell Nebensache. 

Während Richter Carsten Kloster befand: „Sie geben ein erbärmliches Bild ab“, erfüllte Boning den Wunsch nach „Vino“ und goss der Filmfigur Wein in die Mundöffnung. Das Erstaunen war jedoch groß, als die Flüssigkeit gleich unten wieder herauslief. „Ein unglaublich schneller Stoffwechsel“, fand Böttcher. Da es kein Urteil gab, führte ein Wachesoldat das Minion schnell zur Rathaustoilette, um es trockenzulegen.

Abgeurteilt wurden hingegen ein Katholik aus Steinloge, der nach Aussage von Boning „nicht mal als Leiche zu gebrauchen“ war, sowie ein Mitglied der „Leinegarde“, das zusammen mit seinem Orchester ein Ständchen gab und – so der Vorwurf – das Bier aus Bremen durch Plörre aus Hannover austauschen wollte.

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