Einzeltier wurde im September tot in der Hunte gefunden/Herkunft des 1,18 Meter langen Weibchens noch nicht geklärt

Kehrt Wildeshauser Biber als Präparat in die Stadt zurück?

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Das tote Biberweibchen.

Wildeshausen - In Wildeshausen lebt ein Biber. Diese Nachricht beschäftigte Naturfreunde seit dem Jahr 2007 und sorgte dafür, dass bei der Prüfung der Reaktivierung des Altarmes „Große Sorre Ort“ auf Dötlinger Gebiet gezielte Untersuchungen in Auftrag gegeben werden mussten. Seit wenigen Monaten steht jedoch fest, dass das Tier eines natürlichen Todes gestorben ist und damit aller Voraussicht nach kein Biber mehr im Landkreis Oldenburg lebt. Das stattliche Exemplar mit einer Gesamtlänge von 1,18 Metern und einem Gewicht von 25,5 Kilogramm wird zurzeit im Landesmuseum für Natur und Mensch untersucht und soll dauerhaft präpariert werden. Bislang ist nur bekannt, dass es sich um ein Weibchen handelte. Die Herkunft muss anhand der DNA ermittelt werden.

Schon seit geraumer Zeit wussten die Fachleute, dass es sich um ein Einzeltier handelte, das entweder zugewandert war oder ausgesetzt wurde. Der tote Biber wurde von einem Paddler entdeckt und ans Hunteufer unter der Autobahnbrücke gezogen. Passanten benachrichtigten dann das Amt für Naturschutz und Landschaftspflege beim Landkreis. Die Mitarbeiter holten das Tier ab, denn Biber gehören zu den streng geschützten Arten.

Nach Angaben des Fischereivereins Wildeshausen befand sich die Biberburg etwa in Höhe des Buschteichs. Die Fischer bedauern den Tod des Tieres sehr. Vereinsvorsitzender Jens Pfänder: „Wir vermissen ihn. Die Tatsache, dass hier ein Biber gelebt hat, zeigt, dass das Gewässer eine gute Qualität hat.“

Nach Einschätzung des Naturschutz-Beauftragten der Angler, Ralf Siemer, hatte der Biber ein für diese Tierart hohes Alter erreicht. Krankheit und/oder zu hoher Stress bei den Vorbereitungen auf den kommenden Winter könnten ein Grund für den Tod des Tieres gewesen sein.

Noch vor wenigen Monaten hatte die Hunte-Wasseracht angekündigt, Taucher in den Fluss steigen zu lassen, um bei der geplanten Laufverlängerung nicht etwa Unterwasser-Höhleneingänge zu zerstören. Diese Vorsichtsmaßnahme ist nun überflüssig geworden.

Die Mitarbeiter des Landkreises warten jetzt auf die Nachricht, ob das Tier aus Osteuropa oder Kanada kommt. Denkbar sei es, so Renate Wilgen vom Amt für Naturschutz, dass der seltene Gast als Präparat für einige Zeit im Kreishaus ausgestellt werden könnte. Sie selbst hatte den Biber nachts in der Hunte schwimmen gesehen und gehört, wie er an Land unterwegs war. „Ich fand das sehr spannend“, sagte sie gestern. Es sei schade, dass nun wohl kein Biber mehr im Landkreis lebe.

dr

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