Einweihung der „Müller vom Siel-Kate“ mit lobenden Grußworten, eindrucksvollem Gesang und einer Enthüllung

Vergangenheit und Zukunft vereint

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Wolf E. Schulz (vorne) enthüllte „Die große 500“.

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Es war eine Mischung aus ganz viel Stolz auf das Erreichte und das ehrenamtliche Engagement, Vorfreude auf das Kommende, Erinnerungen an einen großen Maler sowie Gänsehautfeeling durch einen außergewöhnlichen Musikbeitrag, die am Sonnabend die Einweihung der „Müller vom Siel-Kate“ prägte. Nach einer fast einjährigen, umfassenden Restaurierung konnte das Projekt II der Dötlingen Stiftung am Rittrumer Kirchweg nun seiner Bestimmung übergeben werden – der Kunst.

„Ich wünsche mir, dass dieses Gebäude künftig das erhält, was es verdient, nämlich Beachtung“, sagte der Erste Kreisrat Christian Wolf, der sich während seiner Grußworte als großer Fan von Georg Bernhard Müller vom Siel bekannte. Der Künstler hatte ab 1900 in der Kate nicht nur eine Malschule betrieben, sondern gehört auch zu den Mitbegründern der Künstlerkolonie Dötlingen. „Müller vom Siel hat in vielerlei Hinsicht bemerkenswert agiert und ein beeindruckendes Werk geschaffen“, so Wolf. Mit der Sanierung des Lehmschuppens richte sich nun das Augenmerk auf einen Originalschauplatz der damaligen Zeit. Als Dötlinger habe Wolf die Entwicklung des Projektes II natürlich verfolgt. „Und gerade in den letzten zwei Wochen hat sich noch ordentlich etwas getan.“

Dass die Zeit ein bisschen drängte, verriet Harald Meyer, Beirats-Vorsitzender der Stiftung: „Noch bis Freitag um 20 Uhr haben die Handwerker geschuftet.“ Meyer dankte nicht nur ihnen, sondern besonders den vielen Ehrenamtlichen – allen voran Thea Freiberg, die die Idee für die Sanierung lieferte und stets vor Ort war, sowie der „Rentner-Band“, die die Kate so auf Vordermann gebracht hatte, dass Handwerker überhaupt darin arbeiten konnten.

Meyer vergaß aber auch die Sponsoren nicht, ohne die eine Realisierung finanziell gar nicht möglich gewesen wäre. Zu ihnen zählte die Gemeinde, und für die sei es ein schöner Tag, sagte Bürgermeister Ralf Spille. „Dötlingen ist um eine Attraktion reicher und verfügt nun über einen weiteren Anlaufpunkt auf der Kunstmeile.“ Er lobte den unermüdlichen Einsatz der Dötlingen Stiftung für die Kunst – ob nun historisch oder zeitgenössisch. „Wenn es nicht Menschen gäbe, die über den Tellerrand hinausschauten und sich einsetzten, würden wir hier heute nicht stehen. Ich ziehe meinen Hut vor allen, die sich engagiert haben“, sagte Spille. „Ich hoffe, diese Kate wird immer mit Leben gefüllt sein.“

Am Sonnabend war sie es auf jeden Fall. Zur Einweihung waren so viele Gäste gekommen, dass gar nicht alle zeitgleich ins Gebäude passten. Im fliegenden Wechsel betrachteten sie deshalb die Ausstellung von Müller vom Siel, die nicht nur Bilder aus seiner Dötlinger Zeit präsentiert, sondern auch die Arbeiten vom „anderen Müller vom Siel“ – jene Werke, die nach seiner Einlieferung in die Nervenheilanstalt Wehnen im Jahr 1909 entstanden waren. Dass Müller vom Siel losgelöst von allen Konventionen gearbeitet hat, betonte der Kunsthistoriker Jürgen Weichardt, der die Gäste über das besondere Leben und Arbeiten des Malers informierte.

Zu den Höhepunkten der Einweihungsfeier gehörten die Enthüllung des Brunnensteines „Die große 500“ des Künstlers Wolf E. Schulz im Außenbereich der Kate sowie der Auftritt der Hockensbergerin Janna Wieker, die musikalisch von einer Dötlinger Tochter und dem Maler erzählte. Mit glasklarer Stimme, die direkt unter die Haut ging, brachte sie ein plattdeutsches, ein schwedisches und ein russisches Volkslied sowie Udo Jürgens „Merci, Chérie“ zu Gehör.

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