Die Innenstadt soll sauberer werden / Vorbildliche Bürger erhalten viel Lob

Einstimmig gegen Müll

In Wildeshausen soll es schön aussehen. Neben vielen Abfalleimern (hier an der Huntestraße) gibt es bunten Blumenschmuck. Foto: Rohdenburg

Wildeshausen – Mit großer Einmütigkeit hat die Wildeshauser Politik am Donnerstagabend im Stadthaus Projekte auf den Weg gebracht, die zu weniger Müll in der Innenstadt, aber auch in den Außenbereichen führen sollen. Der Ausschuss für Stadtentwicklung empfahl eine Reihe von Maßnahmen: eine zusätzliche Reinigungskraft für die Innenstadt und mehr Mülleimer an Stellen, an denen sie benötigt werden (beides auf Antrag der CDW), den Test von Pfandringen (Antrag der SPD), einen Sauger für die Beseitigung von Zigarettenkippen (Antrag der UWG) und die Einbindung zweier Wildeshauser in die Planung weiterer Aktionen durch die Stadt (Antrag der CDU).

Bei den beiden Bürgern handelt es sich um Mareile Wolf und Andreas Kühling, die seit einigen Monaten gemeinsam und ehrenamtlich Müll sammeln. Das Duo informierte den Ausschuss über besonders verschmutzte Ecken (siehe Liste am Ende des Textes) und schilderte ein paar Tipps, um Abfall zu vermeiden. Zum Beispiel, sich aus Zeitungspapier Müllsäcke zu basteln, Glas- und keine Kunststoffflaschen zu verwenden sowie lose statt abgepackter Ware im Supermarkt zu kaufen. „Wir haben den Film ,A Plastic Ocean‘ im Kino gesehen und wollten etwas tun, auch wenn wir wissen, dass es nur ein Tropfen auf den heißen Stein bedeutet“, erklärte Kühling die Motivation der beiden Nachbarn.

„Die Stadt braucht deutlich mehr Bürger wie sie“, dankte Rainer Kolloge (UWG) dem Duo. „Und der Effekt Ihres Engagements ist größer, als Sie denken.“ Auch die Vertreter der anderen Parteien sparten nicht an Lob: „absolute Hochachtung“ (Sonja Plate/CDU), „so etwas brauchen wir“ (Jens-Peter Hennken/CDW), „fantastisches Engagement“ (Klaus Schultze/Grüne) und „Hut ab vor der Eigeninitiative“ (Hedwig Jüchter/SPD).

So enthusiastisch die Politiker die Leistungen von Wolf und Kühling hervorhoben, so hart gingen sie mit der Sauberkeit in der Kreisstadt ins Gericht. „Wildeshausen ist so weit vom Tourismus entfernt wie Sylt von einem Skigebiet“, klagte Hennken. „Wer seine Stadt liebt, der pflegt sie auch“, rief er zu mehr Engagement auf.

Bleibt abzuwarten, ob die Maßnahmen sowie Appelle fruchten und was Wolf und Kühling mit der Stadtverwaltung gemeinsam auf die Beine stellen können. Die Umsetzung kann schon bald beginnen, da der nichtöffentlich tagende Verwaltungsausschuss bereits am 28. März abschließend über die jetzt abgegebene Empfehlung des Ausschusses entscheidet.   bor

Müll-Schwerpunkte:

Düngstruper Straße

Ehemaliges Euronics-Gelände am Westring

Krandel

Rund um den Sonderpostenmarkt „Zimmermann“

Nord- und Westring

Bahnübergang Bargloyer Straße

Umgebung des Krankenhauses Johanneum

Bahnhof

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