Ausschuss ist für Neuordnung des Verkehrs bei St.-Peter- und Holbeinschule

Einstimmig für Einbahnstraßen

Ordentlich was los: Wenn Eltern ihre Kinder zur Schule bringen oder abholen, wird es schnell mal eng.
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Ordentlich was los: Wenn Eltern ihre Kinder zur Schule bringen oder abholen, wird es schnell mal eng.

Wildeshausen – Leuchtturmprojekt in Sachen Fahrradverkehr für Wildeshausen: Einstimmig hat sich der Ausschuss für Ordnung und Familie am Donnerstagabend dafür ausgesprochen, den Verkehr rund um die St.-Peter- und die Holbeinschule neu zu regeln. Wie berichtet, sollen Einbahnstraßen sowie ein absolutes Halteverbot an einem Teil der St.-Peter-Straße dafür sorgen, dass sich der Elternverkehr nicht mehr so stark ballt. Außerdem soll der Schulweg der Kinder dadurch sicherer werden.

Der Verkehrsplaner Rainer Dargel erläuterte im Rathaus die aktuelle Situation. Im Bereich der genannten Schulen sei der private Hol- und Bringdienst der Eltern „besonders krass“. Die Autos würden wenden sowie ein- und ausparken, „ein Grundproblem, das viele Kommunen haben“, so Dargel. In Anlehnung an einen Antrag des Grünen Klaus Schultze schlug er vor, fast das gesamte Wohngebiet westlich der Pestruper Straße zu einer Fahrradzone zu machen, damit die Schüler auf ihren Rädern gegenüber Autos bevorrechtigt sind.

Des Weiteren soll es ein System von Einbahnstraßen geben, das die Autos zu einer Grünfläche führt. Diese befindet sich zwischen Adolf-Menzel-, Uhland-, Alexander- und Goethestraße. Dort sollen die Wagen kurz halten, sodass die Jungen und Mädchen aussteigen können. „Die Eltern sind vor allem morgens gestresst, wollen die Kinder absetzen und dann weiter“, sagte Dargel. Diese Lösung sei ein Entgegenkommen gegenüber den Vätern und Müttern, da diese ihren Nachwuchs schnell abliefern könnten. Der müsste dann zu Fuß die höchstens 250 Meter zur Schule gehen. Damit das auch verkehrssicher klappt, soll der Fußweg um 1,20 Meter erweitert werden.

„Dieses Vorhaben ist ein Leuchtturmprojekt für die Förderung des Radverkehrs. Davon lassen sich andere Kommunen bestimmt gerne inspirieren“, warb Dargel für das Vorhaben.

Damit stieß er beim Ausschuss auf offene Ohren. „Da sind wir mal vorneweg im Fahrradbereich und haben eigentlich keine Einschnitte zu befürchten“, sagte Klaus Schultze (Grüne).

Frank Stöver (CDW) befürchtete, einige Eltern würden ihre Kinder nicht so schnell absetzen, sondern noch mal mit Bekannten schnacken. „Das sind nur fünf bis zehn Prozent, das ist handhabbar“, hielt Dargel dagegen.

Günter Lübke (CDU) bewerte den Antrag als „sehr zielführend“. Allerdings beantragte er eine Änderung, der auch zugestimmt wurde: Mobilitätseingeschränkte Schülern dürfen direkt an der Schule abgesetzt werden.

Stefan Brors (CDW) stimmte zwar auch für die Neuordnung, sah aber noch ein gutes Stück Arbeit auf die Stadt zukommen. „Das muss mit den Eltern kommuniziert werden.“ Ähnlich sah es Corinna Riedel-Seebacher (UWG), die beantragte, der Schulausschuss möge sich ebenfalls mit der Neuordnung des Verkehrs befassen. Auch diesem Antrag wurde einstimmig gefolgt.

Woldemar Schilberg (SPD) ging davon aus, dass die neue Regelung eigentlich nur Vorteile bringe. „Lasst eure Kinder anders zur Schule gehen“, appellierte er an Eltern-Taxi-Fahrer.

Unter den Zuhörern waren auch einige Anwohner, die viele Fragen hatten. Auf diese soll, ebenfalls auf Antrag Riedel-Seebachers, in einer Info-Veranstaltung eingegangen werden. Grundsätzlich, das betonte Dargel, handele es sich um einen Versuch. Man müsse beobachten und dann an den entsprechenden Stellschrauben drehen. Der Vorteil sei in seinen Augen, dass ohne bauliche Veränderung eine Menge erreicht werden könne.

Von Ove Bornholt

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