Einstimmig für den Erhalt der Förderschulen Lernen

Landkreis Oldenburg soll Option zur Verlängerung unbedingt ziehen

Wildeshausen - Alle Fraktionen haben während der Sitzung des Kreistags am Dienstag dafür gestimmt, die drei Förderschulen Lernen im Landkreis Oldenburg in den kommenden Jahren weiterzuführen.

Die neue rot-schwarze Landesregierung strebt anders als ihr Vorgängerkabinett an, den Landkreisen eine Option zur Verlängerung der Förderschulen Lernen einzuräumen. Diese würde es erlauben, erst einmal bis zum Ende der Legislaturperiode weiter einzuschulen. Ansonsten würde der Schulzweig nach und nach auslaufen, da keine neuen fünften Klassen nachkommen würden.

„Wir begrüßen, dass die Grundlagen für eine Weiterführung geschaffen wurden“, freute sich der CDU-Fraktionsvorsitzende Dirk Vorlauf aus Hude. Der Wildeshauser Wolfgang Däubler (UWG) stieß ins gleiche Horn: „Förderschulen leisten allerbeste Inklusionsarbeit.“ Niels-Christian Heins von der FDP drückte seine Erleichterung über das Umdenken auf Landesebene aus. „Gott sei Dank hat die Politik vor der Wirklichkeit kapituliert. Die übereilte Einführung der Inklusion ist gescheitert.“

Mahner Franz Duin: „Noch nicht am Ziel“

Bei der SPD herrschte zwar auch Freude über die Option, aber gleichzeitig gab Franz Duin den Mahner: „Es ist ein Aufschub erreicht worden. Mehr nicht.“ Der Wildeshauser appellierte an Eltern, ihre Kinder weiterhin an Förderschulen anzumelden. Nur so könne aus dem Aufschub mehr werden, denn: „Wir sind noch nicht am Ziel.“

Ob der dauerhafte Erhalt der Förderschulen Lernen überhaupt irgendwann erreicht wird, erscheint in der Tat fraglich. Duins Parteifreund Bernd Bischof meinte denn auch, es gelte die kommenden vier Jahre zu nutzen, um mehr Sonderpädagogen einzustellen und Räume zu schaffen, damit die Rahmenbedingungen für eine Inklusion besser seien als jetzt.

„Politik hat Hausaufgaben nicht gemacht“

Bei den Grünen herrschten Zweifel, ob das parallele Bestehen von Regel- und Sonderschulen dauerhaft der richtige Weg ist. Dennoch kamen sie nicht umhin, für die Option zu stimmen. „Die Politik hat ihre Hausaufgaben nicht gemacht“, kritisierte Götz Rohde aus Harpstedt die alte Landesregierung wegen der schlechten Rahmenbedingungen.

Dass diese zurzeit nicht ausreichen, war auch die Meinung der Linken. Kreszentia Flauger stimmte deswegen für das Ziehen der Option, auch wenn „die Linke überzeugt ist, dass Inklusion der beste Weg für die Kinder ist“.

Auch die AfD sprach sich für eine Verlängerung aus, um Planungssicherheit zu schaffen. Was einen Immobilientausch zwischen der Hunte- und der St.-Peter-Schule in Wildeshausen angeht, ist diese aber noch nicht gegeben. Während der Kreistagssitzung war es darum nicht einmal am Rande gegangen. Die Eltern, Schüler und Lehrer müssen sich also gedulden. Voraussichtlich wird sich der Kreis-Schulausschuss während seiner nächsten Sitzung damit befassen, sodass der Kreistag vor der Sommerpause eine Entscheidung fällen kann. Der Wildeshauser Rat hatte dem Tausch bekanntlich zugestimmt.

bor

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