Einsätzkräfte der Wildeshauser Feuerwehr proben den Ernstfall

Dem Spreizer kann keine Autotür „widerstehen“

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Richtig angesetzt, können mit dem Spreizer recht schnell die Türen geöffnet und entfernt werden.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. „Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person.“ Alarmmeldungen mit diesem Wortlaut sind bei der Wildeshauser Feuerwehr gerade in den vergangenen Wochen wieder vermehrt eingegangen. Vor Ort muss dann jeder Handgriff sitzen, um den Verletzten mit schwerem Gerät – Spreizer und Rettungsschere – aus dem Auto zu befreien. Genau diese Gerätschaften kamen am Dienstagabend während einer Übung zum Einsatz.

Dazu hatten sich die Einsatzkräfte der ersten Gruppe des ersten Zuges auf dem Gelände des Abschleppdienstes Koopmann an der Benzstraße eingefunden. Geschäftsführer Cord Naber hatte kurzfristig ein Fahrzeug für diese Übung zur Verfügung gestellt, das von den Kameraden völlig zerlegt werden konnte. Sein Kommentar: „Ich unterstütze die wichtige Arbeit der Feuerwehr sehr gerne.“

„Als Freiwillige Feuerwehr hast du nicht immer dieselben Leute auf den Fahrzeugen sitzen. Also ist es äußerst wichtig, dass jeder mit Spreizer und Schere umgehen kann. Wir hatten in einem Jahr schon 14 solcher Einsätze in nur drei Monaten“, begründet Daniel Müller I, stellvertretender Gruppenführer, die Wichtigkeit einer solchen Übung. Jeder müsse lernen, wo die richtigen Punkte am Fahrzeug sind, um diese Geräte anzusetzen: „Nehmen wir zum Beispiel die B-Säule, da haben wir vom Dach an etwa zehn Zentimeter, in denen wir mit der Schere gut schneiden können.“ Darunter sorgten Gurtstraffer und weitere Verstärkungen für Probleme: „So war es kürzlich auch auf der Autobahn. Das Fahrzeug lag auf der Beifahrerseite, und im für uns günstigen Bereich lag der Fahrer auf seiner Seite mit seinem Kopf. Also mussten wir uns durch den härteren Bereich ,knabbern‘, was länger gedauert hat.“ Wichtig sei, dass keine Hektik aufkomme: „Für uns ist ohnehin der Arzt wichtig. Er sagt uns, ob Eile geboten ist, oder ob wir schonend arbeiten können.“

Jeder Handgriff wurde am Dienstag geübt. Dazu gehörte auch, dass zunächst ein Innenretter zum Einsatz kam. „Dieser kümmert sich zum einen um den Verletzten, und zum anderen prüft er, ob sich in den Bereichen, in denen wir schneiden müssen, vielleicht Gaskartuschen für die Airbags befinden. Das könnte nämlich fatale Folgen haben.“

Zwischenzeitlich wurde mit dem Spreizer, der eine Kraft von vier Tonnen entwickelt, das Fahrzeug angehoben und mit Holzklötzen gesichert, ehe es an die eigentliche Arbeit gehen konnte. „Wichtig ist, dass ein Bereitstellungsplatz eingerichtet wird, auf dem sich alle benötigten Geräte befinden“, erklärte Müller. Warum aber breites Paketklebeband? „Wenn wir Seitenscheiben einschlagen müssen, werden sie zuvor damit überklebt. So verhindern wir, dass die Splitter ins Fahrzeug fliegen und die Insassen verletzen“, so Müller.

Wenig später wurden schon Spreizer und Schere angesetzt, um die Türen des Fahrzeugs zu öffnen und die B-Säule abzutrennen. „Heute sollen möglichst viele Kameraden mit den Geräten arbeiten, um sich für den Ernstfall fit zu machen“, betonte Müller.

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