Einrichtung kostet 780000 Euro weniger als geplant/Niedrige Besucherzahlen

Politiker loben sparsam gebautes Krandelbad

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Der Neubau des Krandelbades kostet viel weniger als erwartet. Archivfoto: Rohdenburg

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Beim Bau des Krandelbades hat die Stadt Wildeshausen rund 780000 Euro weniger ausgegeben, als ursprünglich veranschlagt waren. Über dieses Ergebnis herrschte am Donnerstagabend bei allen Parteien im Ausschuss für Finanzen und Controlling große Freude, während die beauftrage Firma Constrata den Abschlussbericht vorstellte.

Statt 7,1 Millionen Euro kostete der Neubau nur 6,3 Millionen Euro, ist diesem zu entnehmen. Den größten „Batzen“ sparte die Kreisstadt mit 400000 Euro bei den Baunebenkosten ein. Dazu gehören unter anderem Ausgaben für Architekten, Gutachten, Planung und Leitung sowie eine Budgetreserve. Bei den Arbeiten an sich flossen noch einmal rund 390000 Euro weniger aus der Stadtkasse.

Das erklärte der Controller und Ingenieur Heiko Büthe von Constrata damit, dass die Planer sehr diszipliniert gewesen seien und die Stadt günstige Vergaben erwischt hätte. Aber er hatte auch ein Lob für Verwaltung und Politik im Gepäck. Im Unterschied zu anderen Projekten sei das Budget von 7,1 Millionen Euro richtig angesetzt gewesen.

Wenn – zum Beispiel um dem Bürger ein Projekt schmackhaft zu machen – mit unrealistischen Budgetvorgaben geplant werden würde, beginne später das große Nachbessern und damit Nachzahlen, nannte der Ingenieur ein Negativ-Exempel.

Doch bis auf ein paar kritische Nachfragen zum Wärmeverbund, der etwas mehr gekostet hat, als ursprünglich veranschlagt, wollte keiner der Politiker Negativ-Stimmung aufkommen lassen. Wahlweise lobten sie sich selbst – Rainer Kolloge (UWG): „Es war eine sehr gute Idee der UWG, einen Controller einzustellen“ – teilweise Architekten, Verwaltung und Controller (Wolfgang Sasse, CDU).

Es war Sasses Parteifreundin Christa Plate, die den Finger in die Wunde legte: „Ich wünsche mir mehr Besucher.“ Daraufhin spekulierte Kolloge, durch die erheblich verteuerten Dauerkarten seien viele Besucher verloren gegangen. Das ließ nun wiederum Frank Stöver (CDU) nicht so stehen. „Die Jahreskarten sind ein bisschen teurer geworden“, stellte er fest.

Ingenieur Büthe erbat sich schließlich wieder das Wort und betonte, die Schulen hätten großen Einfluss auf die Belegung. „Sie können gegen die Schulen ankämpfen“, schlug er den Politikern vor. Dann käme mehr Öffentlichkeit ins Bad.

Dieses „heiße Eisen“ wollte dann aber doch niemand anfassen. Sasse erinnerte daran, die Politik wolle sich den Betrieb des Bades ein Jahr anschauen. Bis diese Frist vorbei sei, gelte es „die Füße still zu halten“.

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