Einrichtung erhält Siegel von Dachverband/Auch Kritik an fehlender Identität

Naturpark Wildeshauser Geest ausgezeichnet

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Iris Gallmeister (2. von links) vom Zweckverband Naturpark Wildeshauser Geest freut sich über die Urkunde, die ihr (von links) die hessische Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser, der Präsident des Verbands Deutscher Naturparke Dr. Michael Arndt und Nordrhein-Westfalens Umweltminister Johannes Remmel überreichten.

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Der Verband Deutscher Naturparke lobt und tadelt den Zweckverband Naturpark Wildeshauser Geest – dennoch stellt der Dachverband ein gutes Zeugnis aus.

Ja, der Geschäftsführer des Naturparks Wildeshauser Geest, Rolf Eilers, ist schon stolz auf die Auszeichnung als „Qualitäts-Naturpark“, deren Details er am Mittwoch erläuterte. „Wir können mit anderen Parks mithalten“, freute sich Eilers und konnte ein Grinsen nicht unterdrücken. 311 von 500 Punkten hat der Park bei einer vom Dachverband gestarteten „Qualitätsinitiative Naturparke“ geholt.

Dazu musste die Einrichtung mit Sitz im Kreishaus 128 Fragen beantworten, die sich um interne Themen wie Organisation und Management aber auch um Naturschutz und Landschaftspflege drehten. Die so gewonnenen Informationen bewertete ein Prüfer des Dachverbandes und sortierte sie nach Stärken und Schwächen.

Erst einmal die Aspekte, die positiv auffielen: Der Park hat eine lange Tradition – seit 1967 existiert der Zweckverband –, die laut Eilers herausragende Sicherung der Megalith-Gräber, die Renaturierung der Hunte, die gute Zusammenarbeit mit dem EU-Leader-Programm, in dessen Rahmen immer wieder Projekte gefördert wurden, und die 900 Kilometer Wallhecken beeindruckten den Prüfer.

Nicht so angetan – und in vielen Punkten sieht auch Eilers hier Verbesserungsbedarf – war der Prüfer von der mangelnden Identität des Gebiets, dass sich über den gesamten Landkreis Oldenburg und vier Gemeinden im Landkreis Diepholz (Syke, Stuhr, Bassum und Twistringen) sowie Goldenstedt und Visbek im Landkreis Vechta erstreckt. „Wo Naturpark drin ist, steht nicht immer Naturpark drauf“, brachte es Eilers auf den Punkt. „Das stört uns auch.“

Zudem bemängelte der Prüfer, dass der Park keine Förderung durch das Land erhält, doch das könnte sich bald ändern. Denn laut Eilers gibt es ab 2016 die Möglichkeit, Geld aus Hannover für die Fortschreibung von Entwicklungsplänen zu bekommen. Dabei soll in der Wildeshauser Geest vor allem die Entwicklung des Tourismus vorangetrieben werden.

Auch bei der Entwicklung des Landschaftsbildes legte der Prüfer den Finger in die Wunde. „Durch intensive Landwirtschaft, Biogas-Anlagen und Windenergie hat sich unsere Landschaft verändert“, sieht auch Eilers ein. Zudem ist der Anteil an Schutzgebieten in der Wildeshauser Geest nur inklusive von Wallhecken bei 40 Prozent, der Bund fordert gar 50 Prozent. Doch in dieser Hinsicht hat Eilers auch Verständnis für die Landwirte, die sich mit Händen und Füßen gegen die Ausweisung weiterer Gebiete wehren würden, da die Bauern befürchteten, dass ihre Lebensgrundlage kleiner werde.

Weitere Baustellen sind die Neubelebung des Wanderwege-Netzes, die Schaffung eines barrierefreien Natur-Erlebnisses und die Konzentration von Informationen über den Naturpark Wildeshauser Geest. „311 von 500 Punkten sind für uns ein Ansporn“, meinte Eilers. In fünf Jahren muss sich der Park erneut bewerben, da das jetzt verliehene Label dann ausläuft.

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