Einmalig in der Geschichte der Schützengilde

Im Jahr 1984 schoss der König nicht den Vogel ab

Kurt Etzold (links) und Hans-Hermann Ahlers trugen den neuen König Ewald Harms. Ganz rechts sieht Willi Kreienborg zu.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Seit dem Jahr 1509 wird nach gesicherten Überlieferungen in Wildeshausen ein Wettschießen auf einen Vogel auf einer Stange veranstaltet. Mutmaßlich nur in einem Jahr schossen die Wildeshauser Gildemitglieder ihren König nicht an der Vogelstange aus. Grund war ein großes Malheur und eine spontane Entscheidung der Verantwortlichen.

Oberst Bernd Iken sorgte dafür, dass der König im Jahr 1984 auf dem Schießstand in Altona ermittelt wurde.

„König von Wildeshausen“ heißt unsere Serie über Majestäten in der Kreisstadt, in der wir in loser Reihenfolge über Kurioses, Persönliches und weitgehend Unbekanntes im Rahmen des Königsschießens berichten. Dazu gehören die Geschehnisse im Jahr 1984, über die Oberst Bernd Iken in seinem Bericht zum Schützenjahr während der Generalversammlung am 17. Februar 1985 berichtete: „Beim Aufrichten der Vogelstange trat eine Panne ein, die das Abschießen des Vogels unmöglich machte“, teilte er mit. In der Tat war die Holzstange in der Mitte gebrochen, als sie aufgerichtet werden sollte. „Die war offenbar total morsch. Alle liefen danach kopflos herum“, erinnert sich Hans-Hermann Ahlers aus Wildeshausen an die Geschehnisse. Auch der aktuelle Oberst Wilhelm Meyer, damals Fähnrich, hatte es gehört. „Ich saß im Zelt, dort wo heute die Boule-Bahn ist, da krachte es“, erinnert er sich.

Auf jeden Fall war guter Rat teuer. Iken gibt Bericht: „Eine Überlegung, die darauf zielte, den Vogel mit einer Armbrust hinunterzuschießen, war aus Zeitgründen nicht durchführbar. Aus der Notlage heraus gab ich dann den Befehl, das Ausschießen der Königswürde auf dem nächstgelegenen Schießstand durchzuführen. Hierfür bot sich der Schießanlage in Altona an. Auch ließ sich die Entscheidung am schnellsten bewerkstelligen, weil mehrere Offiziere Mitglied des dortigen Schützenvereins sind und somit in die Lage versetzt waren, das Schießen schnellstens durchzuführen.“

Ahlers erinnert sich, dass schnell ein Bus bestellt wurde, der die Anwärter nach Altona brachte. „Dort wurde verdeckt auf die Scheibe geschossen. Wir waren von unserem Pfingstclub ,Alte Vogelstange‘ dabei. Doch als alle ihre Schüsse abgegeben hatten und die Scheiben ausgewertet waren, wollte man uns die neue Majestät nicht bekanntgeben.“

Es gab Proteste, und dann wurde doch der Name genannt: Ewald Harms war der König. „Da haben wir unseren Kumpel auf die Schultern genommen und zum Bus getragen“, so Ahlers. Das Foto, das er eingereicht hat, zeigt ihn zusammen mit Kurt Etzold in Altona. Im Krandel angekommen, trugen die Freunde ihren König ebenfalls, bis ihn die Wache übernahm und zum Krönungstisch brachte.

In Oberst Ikens Bericht heißt es rückblickend: „Es war kaum eine halbe Stunde verflossen, als die eingeteilten Offiziere mit dem neuen König Ewald Harms auf dem Festplatz im Krandel eintrafen, wo dann die Krönung vorgenommen wurde. Die weitaus größte Mehrheit der Festteilnehmer erklärte sich mit dieser Lösung einverstanden.“

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