Gleichstrom-Erdkabel bis 2030

Einmal quer durch den Landkreis

Arbeiter verlegen ein Erdkabel.
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Verlegung eines Erdkabels.

Landkreis – Der Übertragungsnetzbetreiber Ampiron plant im Auftrag der Bundesregierung eine Gleichstromtrasse als Erdkabel von Heide in Schleswig-Holstein bis nach Polsum in Nordrhein-Westfalen. Diese soll nach aktuellen Vorstellungen 2030 in Betrieb gehen – und einmal quer durch den Landkreis Oldenburg verlaufen (wir berichteten).

In ersten Karten, die im Internet einsehbar sind (korridor-b.amprion.net), verlaufen die einen Kilometer breiten, angedachten Prüfkorridore auf verschiedenen Strecken durch die Gemeinden Hude, Ganderkesee, Dötlingen und Großenkneten. Wie Ampiron-Verterter am Mittwoch während einer Internet-Pressekonferenz für die Landkreise im nordwestlichen Niedersachsens erläuterten, seien dies jedoch weder genaue noch unumstößliche Verläufe dieser vorgeschlagenen Bereiche. Eine zweite Trasse führt von Wilhelmshaven nach Hamm, und betrifft insbesondere die westlichen Nachbarlandkreise. Diese beide Vorhaben gehören zusammen zu dem „B-Korridor“ genannten Projekt.

Bei den eigentlichen Arbeiten gehe es darum, die Kanäle für die zu verlegenden Leerrohre (etwa zwei Meter tief) möglichst schnell wieder zu schließen, ergänzte Projektsprecher Arndt Feldmann. Dafür entnommenes Erdreich werde wieder eingebaut, sodass die Eigentümer und Nutzer „den Boden im bestmöglichen Zustand wieder zurückbekommen“. Danach stehe eine Rekultivierung mit Pionierpflanzen an. Sodann könne der Boden – etwa für Weizen oder Mais – landwirtschaftlich wieder weitestgehend uneingeschränkt genutzt werden. Für die Eigner wie auch Pächter gebe es ein mehrstufiges Entschädigungssystem, konkretisierte Projektleiter Klaus Wewering. „Mit jedem Eigentümer wird persönlich verhandelt.“ Die Erdkabel könnten unter Umständen „ganz nah“ an Gebäuden verlegt werden, sagte Feldmann auf Nachfrage. Der Gesetzgeber mache dies möglich. Doch solle dies nach Möglichkeit „maximal vermieden“ und im Zweifelsfall im Vorfeld mit den Betroffenen besprochen werden.

„Transparenter Prozess“ angekündigt

Bisher seien eine Menge Daten zu den infrage kommenden Strecken abgefragt worden. Diese sollen in Gesprächen weiter konkretisiert werden. Dies sei ein „sehr transparenter Prozess“, so Feldmann, „Transparenz ist sehr wichtig“. Ampiron plane, seine Ausarbeitungen bei der zuständigen Bundesnetzagentur im Sommer 2022 einzureichen. Diese eröffne dann das Planfeststellungsverfahren. Wer mit der dafür von Ampiron vorgeschlagenen Trasse nicht einverstanden ist, habe dann eine weitere Möglichkeit, seine Einwendungen geltend zu machen. Doch wolle das Unternehmen, das rund sieben Milliarden Euro in das Projekt investiert, möglichst „konfliktarm“ bauen. Und dies solle „nicht im Keller“ geschehen, sondern „offen diskutiert“ werden. „Das ist noch eine erste Planung. Wir sind dankbar für Hinweise“, so der Projektsprecher weiter. In den kommenden Monaten gehe es darum, Standpunkte zu verstehen und Lösungen zu finden. Projektsprecher Tobias Schmidt kündigte an, dass die Ampiron ab November die Gespräche mit Verwaltungen und Bürgern suchen werde.

Die jetzigen Planungen des Bundes stammten aus dem Jahr 2019 und sähen weitere Beschleunigungen in der Energiewende noch nicht vor, erläuterte Projektleiter Wewering. Künftig, darin ließ er keinen Zweifel, werde immer mehr Strom aus Sonne und Wind gewonnen werden, was auch weitere Leitungen notwendig machen werde. Der komplette Kohleausstieg sei da noch nicht eingerechnet. Da reichten dann auch die neuen Leerrohre des „B-Korridors“, die Platz für weitere Leitungen vorwegnähmen, nicht aus.

Die zu prüfenden möglichen Verläufe der Trassen im Landkreis Oldenburg.

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