Landkreis und Duale Systeme uneinig über Besitzverhältnisse der Behälter

Einführung der gelben Tonne wahrscheinlich nicht vor 2019

Es wird wohl noch eine Weile dauern, bevor gelbe Tonnen eine realistische Option im Landkreis Oldenburg sind. - Symbolfoto: imago

Landkreis Oldenburg - Von Ove Bornholt. Die Einführung einer gelben Tonne für den Müll, der derzeit im gelben Sack landet, ist im Landkreis Oldenburg – wenn es überhaupt dazu kommt – noch Jahre entfernt.

Aus der Politik war während mehrerer Sitzungen in den vergangenen Monaten der Ruf nach einer gelben Tonne laut geworden. Sie sei praktischer für den Bürger, ist ein zentrales Argument. Deswegen hatte sich die Kreisverwaltung mit den privatwirtschaftlich organisierten Dualen Systemen, die die gelben Säcke bereitstellen, zusammengesetzt. Die Gespräche sind jetzt jedoch erst einmal an einem toten Punkt angelangt.

Wem sollen die Behälter gehören?

Ein Knackpunkt ist die Frage, in welchem Besitz die neu aufzustellenden Behälter sind: dem Landkreis oder den Dualen Systemen? Beide Seiten wollen die Tonnen lieber in ihrem eigenen Besitz haben. Es geht grundsätzlich darum, wer den Hut bei den gelben Tonnen aufhat. Die Dualen Systeme wüssten natürlich, dass der Landkreis „einen Fuß in der Tür hat, wenn ihm die Behälter gehören“, sagte Dieter Hahn, der das Amt für Abfallwirtschaft beim Kreis leitet, auf Nachfrage unserer Zeitung. Sollte es bei einer Neuausschreibung zu einem Anbieterwechsel kommen, müssten eventuell alle Behälter ausgetauscht werden, argumentierte Hahn weiter.

Ein weiterer Knackpunkt sind stoffgleiche Nichtverpackungen wie Kugelschreiber oder Lineale aus Plastik. Diese landen oft genug in den gelben Säcken – der Abfallfachmann spricht von Fehlwürfen, denn auf diesem Weg sollen eigentlich nur Kunststoffverpackungen wie Jogurtbecher entsorgt werden. Firmen wie Supermärkte und Jogurthersteller sind seit Anfang der 1990er-Jahre verpflichtet, die Becher und andere Verpackungsabfälle zu recyceln. Und zwar parallel zur kommunalen Abfallentsorgung, daher kommt der Begriff Duale also zweite Systeme.

Diese stoffgleichen Nichtverpackungen sammeln die Dualen Systeme im Landkreis Oldenburg derzeit klaglos ein, obwohl sie dazu nicht verpflichtet sind. Theoretisch könnten sie dem Landkreis eine Rechnung für alle Kugelschreiber, Plastikschüsseln et cetera schreiben. Doch dazu ist den Dualen Systemen der Aufwand wohl zu groß.

Eigentlich sollte ein Wertstoffgesetz auf Bundesebene regeln, dass sowohl wiederverwertbarer Verpackungs- als auch Hausmüll gemeinsam gesammelt und recycelt werden. Doch das Gesetz ist im Sommer dieses Jahres gescheitert. Ein in diesem Punkt abgeschwächtes Verpackungsgesetz wird derzeit diskutiert, was vermutlich noch eine Weile dauern wird. Zudem ist geplant, den Zeitpunkt des Inkrafttretens auf 18 Monate nach der Verkündung festzulegen.

Eine angedachte Einführung der gelben Tonne für Anfang 2018 ist damit vom Tisch. Amtsleiter Hahn geht sogar so weit zu sagen, es sei unwahrscheinlich, dass die Bürger vor 2019 eine gelbe Tonne vor der Tür stehen haben.

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