Schafferpaar Birte und Philipp Hogeback

„Eines Besseren belehrt worden“

Birte und Philipp Hogeback: Vor einem Jahr war das Schafferpaar zuversichtlich, 2021 wieder ein Gildefest feiern zu können. Archivfoto: Rohdenbuurg
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Birte und Philipp Hogeback: Vor einem Jahr war das Schafferpaar zuversichtlich, 2021 wieder ein Gildefest feiern zu können. Archivfoto: Rohdenbuurg

Wildeshausen – Es war 24 Uhr in der Nacht zum 12. Juni 2019, als Birte und Philipp Hogeback als neues Schafferpaar der Wildeshauser Schützengilde auf den Balkon vor dem historischen Rathaus traten. Eigentlich war es wie bei so vielen Schafferproklamationen die Jahre zuvor: Die Menge jubelte, General Jens Kuraschinski ließ das Paar den Schaffertrunk trinken, das wiederum gelobte, sich voll und ganz in den Dienst der Schützengilde zu stellen. „Genießt dieses ganz besondere Jahr“, riet Kuraschinski den Hogebacks, wissend, dass der Schaffer ein Jahr später zum Fähnrich ernannt wird. Dann kam aber alles ganz anders, als jemand zu diesem Zeitpunkt ahnen konnte.

Mit der Corona-Pandemie wurde das gesellschaftliche Leben in der Schützengilde sowie der Stadt Wildeshausen praktisch von einem Tag auf den anderen ausgeknipst: Kein Schaffermahl, mit dessen Ausrichtung die Hogebacks im März 2020 noch intensiv beschäftigt waren. Kein Gildefest, in dessen Rahmen Philipp Hogeback am Dienstag nach Pfingsten zum Fähnrich ernannt werden sollte.

Noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg hatte die Schützengilde ein Schafferpaar, das zwei Jahre im Amt war. Philipp Hogeback zeigte sich 2020 im Gespräch mit unserer Zeitung zuversichtlich, dass es „nur“ zwei Jahre bleiben würden. „Ich möchte ja nicht als ewiger Schaffer in die Geschichte der Gilde eingehen“, schmunzelte er.

Nun werden es in jedem Fall drei Jahre werden – wenn nächstes Pfingsten alles glatt läuft. Wir haben Birte und Philipp vor diesem Hintergrund ein paar Fragen gestellt:

Moin, wie geht es dem Schafferpaar, das wohl wegen insgesamt dreijähriger Amtszeit ganz besonders in die Geschichte der Wildeshauser Schützengilde eingehen wird?

Moin Dierk, uns geht es nach wie vor sehr gut, worüber wir dankbar sind. Wobei jetzt zur Pfingstzeit natürlich etwas Wehmut aufkommt. Uns fehlt das Zusammensein mit Freunden und Familie an diesen Tagen mehr als ohnehin schon.

Gibt es Aufmunterung oder Mitleid von den Wildeshausern?

Weder noch, meist Neckereien.

Wie war das vergangene Schafferjahr? Habt ihr überhaupt etwas im Auftrag der Gilde unternommen? Gab es Kontakt zu den Fähnrichen?

Der Kontakt zu den Fähnrichen besteht natürlich weiterhin und weit über das Gildeleben hinaus. Tatsächlich war aber ein gemeinsames Treffen mit allen Fähnrichen und ihren Familien im gesamten Jahr nicht möglich. Ausschusssitzungen haben stattgefunden, allerdings nur virtuell.

Was habt ihr vergangenes Pfingsten gemacht? Was ist diesmal geplant? Ein Treffen mit dem Königspaar?

Wie im vergangnen Jahr lassen die Kontaktbeschränkungen ja kaum gemeinsame Treffen zu. Wie 2020 werden wir Samstag mit Frieda und Jan Hoffrogge, unserem Königspaar, essen gehen. Ansonsten wird sich sicherlich das eine oder andere kleine Beisammensein in der Wildeshauser Gastronomie ergeben.

Mal im Ernst, Herr Schaffer: Passt die für das vergangene Gildefest geschneiderte Uniform noch?

Ob sie aktuell passt, wird auf ewig ungeklärt bleiben. Aber sie wird passen, sobald sie passen muss!

Glaubt ihr an ein Gildefest im nächsten Jahr – so wie wir es bis 2019 gefeiert haben? Und wird es die Ernennung zum Fähnrich geben?

Im vergangenen Jahr war für uns ganz klar, dass wir 2021 feiern werden. Manchmal wird man eben eines Besseren belehrt. Aber wir sind grundsätzlich positiv eingestellt. Nur, wie das Fest aussehen wird, hat uns die Glaskugel auch noch nicht verraten. Aber: Philipp muss zum Fähnrich ernannt werden, sonst wird es der ausgefallenste Fehlkauf im Kleiderschrank.

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