Ministerpräsident Stephan Weil informiert sich in der Privatschule in Spasche

„Eine ungewöhnliche Einrichtung“

Gang über das Gelände: Geschäftsführer Henning Emler von Maydell (r.) stellte Ministerpräsident Stephan Weil (l.) das Konzept der Schule vor.
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Gang über das Gelände: Geschäftsführer Henning Emler von Maydell (r.) stellte Ministerpräsident Stephan Weil (l.) das Konzept der Schule vor.

Wildeshausen – Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) kam am Mittwochvormittag direkt aus der Landeshauptstadt - wo er nach eigener launiger Aussage vorher noch „ein wenig regiert“ hatte - in die Kreisstadt Wildeshausen in die Bauerschaft Spasche.

Auf dem Gelände der Privatschule besichtigte er durchaus beeindruckt eine „sehr ungewöhnliche Einrichtung“, die auf der einen Seite ihr ganzheitliches Konzept vorstellen wollte und im anschließenden Gespräch auch ganz konkrete Finanzierungswünsche formulierte.

Geschäftsführer Henning Emler von Maydell hatte sich bereits vor zwei Jahren in der Staatskanzlei gemeldet und freute sich, dass der Landesvater nun endlich Zeit für einen Besuch gefunden hatte. Mit dabei waren auch die Bundestagsabgeordneten Astrid Grotelüschen (CDU) und Susanne Mittag (SPD), die Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Bley (CDU) sowie Axel Brammer (SPD), Landrat Carsten Harings und Wildeshausens Bürgermeister Jens Kuraschinski.

Mehrere wichtige Anliegen seiner Einrichtung nannte Emler von Maydell. Er wünsche sich, dass privat geführte Integrierte Gesamtschulen (IGS) endlich finanziell wie Oberschulen gefördert werden und nicht wie Gymnasien, die weit weniger integrativ arbeiten müssten. Er hoffe auf staatliche Mittel für das Schulschwimmen. Außerdem müssten das Land und die Kommunen eine Lösung finden, wie private Kindertagesstätten in Zeiten der Beitragsfreiheit finanziell über die Runden kommen können.

Klassensprecher Silver (elf Jahre) überreicht einen Beutel mit gefüllten Konfitüregläsern an Stephan Weil.

Weil sicherte zu, dass er nach eingehender Prüfung klare Antworten geben wolle. Eine private Trägerschaft bei einer IGS sei sehr selten, betonte er. Er könne bei dem integrativen Ansatz der Schule schon verstehen, dass hier eine an Oberschulen angeglichene Kostenfinanzierung nötig sei. Er ließ aber auch durchblicken, dass eine Finanzierung von Privatschulen naturgemäß nicht wie bei staatlichen Schulen erfolgen könne. „Sie wollen eigene Wege gehen, dabei aber gleichzeitig auch möglichst viel finanziert bekommen“, so Weil.

Beim Rundgang über das weitläufige Schulgelände betonte der Ministerpräsident, dass er eine derart in den Wald eingebettete und aufwendig gestaltete Bildungseinrichtung in seinem Bundesland bislang noch nie gesehen hat. In diesem Zusammenhang lobte er das Engagement des Gründer-Ehepaars Renate und Wolfgang Rixen.

Im Kindergarten: Stephan Weil unterhielt sich mit den Mädchen und Jungen.

Schulleiterin Christiane Meyerjürgens berichtete dem Ministerpräsidenten, dass sich Kindergarten und Schule als eine Einheit verstehen. „Wir leisten hier eine ganzheitliche Erziehung“, sagte sie. Geplant sei der durchgängige Weg von der Krippe bis zum Abitur mit vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten. So besichtigte Weil sowohl den Kräutergarten als auch die Schulküche in der Farmschool, wo er vom Klassensprecher der 6a einen Beutel mit Konfitüre erhielt. Weiter ging es zum Naturkindergarten, wo die Kleinen im Freien herumtollen konnten.

Auf dem Weg nahm Kuraschinski den Ministerpräsidenten zur Seite und setzte sich nachdrücklich für den Erhalt der Sprachlernklassen ein. Die, so der Bürgermeister, seien in Kommunen wie Wildeshausen ein wichtiger Einstieg in das Schulsystem und dürften nicht – wie geplant – gestrichen werden. „Wir haben allein 400 bulgarische Schüler in der Stadt“, so Kuraschinski. Diese müssten, wenn sie herzögen, zunächst gezielt beschult werden, um später dem normalen Unterricht folgen zu können.  

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