700 Paten gesucht

Eine Orgelpfeife zur „Traufe“

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Neuer Pate für die Orgelpfeifen: Henrike Mildes (r.) informiert sich bei Rita Binke-Mastrangelo und Sandra Stolz (v.l.) nach der Taufe ihre Enkelsohnes.

Wildeshausen – Das Büro der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Wildeshausen im Remter ist schon immer eine wichtige Anlaufstelle für Haupt- und Ehrenamtliche in der Gemeindearbeit gewesen. Seit rund zwei Wochen kommen dorthin aber auch Menschen, die noch nicht so oft dagewesen sind – oder schon lange nicht mehr in der Nähe der Kirche gesehen wurden. Sie wollen Paten für eine der 700 Orgelpfeifen des neuen Instrumentes im Gotteshaus werden.

„Schlussakkord“ heißt die Aktion, mit der der Orgelförderverein die letzten noch nötigen Euro hereinholen möchte, um die Königin der Musikinstrumente finanzieren zu können. Bis zum 30. Mai können sich Interessenten für eine Patenschaft für den Zimbelstern (6000 Euro) melden, die weiteren 700 Orgelpfeifen sind erhältlich, bis alle an einen Paten vergeben sind. Bei den Mitarbeiterinnen Rita Binke-Mastrangelo und Sandra Stolz ist deshalb richtig viel los im Gemeindebüro. „Es gibt viele Wildeshauser, die eine Patenschaft für Kinder erwerben wollen, die hier getauft wurden“, erzählt Binke-Mastrangelo. „Oder es kommen Großeltern, die sich eine Patenschaft für ihre Enkel wünschen“, ergänzt Stolz. Die beiden Mitarbeiterinnen haben die Erfahrung gemacht, dass viele Wildeshauser die Alexanderkirche als „ihre Kirche“ betrachten – unabhängig von der Konfession, der sie angehören.

Interessant ist, dass sich viele Paten diese symbolische Aktion gerne etwas kosten lassen. So sind einige der hochpreisigen Pfeifen bereits vergeben. Eine Platinpfeife kostet beispielsweise 2500 Euro (schon ausverkauft), eine aus Gold 1000 Euro. „Wir bekommen viele E-Mails und das Telefon klingelt oft“, so Binke-Mastrangelo. Heute soll auch die Tafel im Kirchenbüro ankommen, auf der steht, welche Patenschaften frei sind.

Sehr beliebt ist es, anlassbezogen eine Orgelpfeife zu finanzieren, beispielsweise bei Trauung und Taufe. „Wir sprechen dann gerne von Traufe“, schmunzelt Stolz. Vor ihr sitzt gerade Henrike Mildes aus Wildeshausen. Sie hat 200 Euro dabei, weil ihr Enkelkind Roman getauft und die ElternWiebke und Stefan Franke in der Alexanderkirche getraut wurden. „Wir hatten eine Kollekte für die Kinderkirche“, erzählt sie. Dann sei aber noch weiteres Geld zusammengekommen. „Das wird nun für eine Patenschaft verwendet.“ Auf diesem Weg legt die Kirchengemeinde die letzten Meter zurück, um schon bald die neue Woehl-Orgel erklingen zu lassen. Auf einigen Pfeifen ist dann der Name der Paten eingraviert, die weiteren stehen auf einer Tafel in der Kirche – als Zeichen dafür, dass viele Wildeshauser hinter der Bedeutung der einzigen noch erhaltenen Basilika im Oldenburger Land stehen.

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