Der Wildeshauser Gerold Gierse ist 3 744 Kilometer mit dem Rad durch Nordamerika gefahren

Eine Nacht im Indianerreservat

Gerold Gierse erkundete den Grand Canyon. Foto: Gierse

Der Wildeshauser Gerold Gierse ist wieder in der Kreisstadt angekommen. Hinter ihm liegt eine siebenwöchige, ereignisreiche, jedoch teilweise auch mühselige 3 744 Kilometer lange Fahrradtour von Calgary in Kanada bis Las Vegas in Texas. „Dies wird nicht meine letzte derartige Reise gewesen sein“, ist er sich sicher. Auch wegen der einzigartigen Erlebnisse auf der Strecke.

Wildeshausen/Las Vegas – Gierse war mit Manfred Grimme aus dem baden-württembergischen Bruchsal unterwegs. Nachdem die beiden den größten Teil der Tour, 2 554 Kilometer, hinter sich gebracht hatten, trennten sie sich, um Las Vegas auf unterschiedlichen Wegen zu erreichen. Grimme fuhr in westlicher Richtung über den Zion Nationalpark. Gierse wählte die südliche Richtung über das Monument Valley, den Grand Canyon Nationalpark und die Route 66.

Der Wildeshauser passierte ein Indianerreservat, das vom Stamm der Navajo verwaltet wird. „Hier zeltete ich direkt bei den Indianern und lernte abends am Lagerfeuer mit traditioneller Handmusik und Gesang deren Traditionen kennen“, berichtet er. Am anderen Morgen um 6.30 Uhr brach ein Navajo mit ihm und zwei weiteren Touristen ins Monument Valley auf, wo das Quartett den Sonnenaufgang beobachtete. „Mit diesen einmaligen Erlebnissen im Gepäck fuhr ich nach Arizona auf den 280 Kilometer entfernten Campingplatz von Grand Canyon Village.“ Die Zwischenübernachtung erfolgte im laut Gierse „legendären“ Grand Canyon Cameron Traiding Post Motel. Sonst übernachtete er auf Campingplätzen. „Im Gegensatz zum Motel fand ich hier sofort Gleichgesinnte, mit denen ich am Lagerfeuer interessante Gespräche führen konnte.“

Acht Stunden Wandern bis zum Colorado River

Der Wildeshauser erkundete tagsüber die zahlreichen außergewöhnlichen Aussichten entlang des Canyons. Tags darauf erfolgte eine achtstündige Wanderung auf dem Bright Angel Trail zum Colorado River. Der Weg führte zunächst hinab auf einer Länge von 12,9 Kilometern und einem Höhenunterschied von 1 360 Meter zum Fluss.

Den Wasserlauf hinter sich lassend radelte der Wildeshauser 100 Kilometer nach Williams. „Von dort aus führte mein Weg über die Route 66 und die belebte Kleinstadt Seligman bis nach Kingman, der Hauptstadt der Fernstraße.“ Im Gegensatz zu Williams und Seligman hätten die meisten Städte entlang der Straße verlassen gewirkt. Das erklärt er mit dem Bau der parallel liegenden Interstate 40. „Nur die zahlreichen nicht mehr betriebenen aber von interessanten Amerikanern beziehungsweise Aussteigern bewohnten Tankstellen entlang der Route 66 lassen auf eine lebendige Vergangenheit schließen.“

Las Vegas Boulevard hinterlässt bleibenden Eindruck

Kurz vor Las Vegas traf Gierse wieder auf seinen Reisekumpanen. Gemeinsam erkundeten sie die weltbekannte Stadt. „Der Las Vegas Boulevard mit seinen abertausenden Neonlichtern, Wasserspielen, Luxus-Hotels und Spielcasinos sowie die Fremont Street mit ihren Straßenkünstlern und Livemusik hinterließen einen bleibenden Eindruck.“

Wer sich mit Gierse zwecks Erfahrungsaustauschs oder Tipps in Verbindung setzen möchte, kann ihm eine E-Mail an gerold.gierse@t-online.de schreiben. 

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