Boden erhält Wurzelkanäle und Nährstoffe

Eine Lanze für die Platane

Die Platane vor der Alexanderkirche ist vom Massaria-Pilz befallen. Nun soll der Boden behandelt werden. Fotos: dr
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Die Platane vor der Alexanderkirche ist vom Massaria-Pilz befallen. Nun soll der Boden behandelt werden.

Wildeshausen – Die Platane vor der Alexanderkirche in Wildeshausen ist wohl der bekannteste Baum der Stadt. Sie dürfte über 350 Jahre alt sein, hat am Boden einen Stammumfang von rund zehn Metern und ist etwa 36 Meter hoch.

Eine Legende berichtet, dass im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) ein italienischer Soldat ums Leben kam und neben der Alexanderkirche begraben wurde. Seine Kameraden sollen ihm zum Gedenken eine Platane auf das Grab gepflanzt haben.

Doch der Baum ist unheilbar krank. Der Massaria-Pilz setzt dem Naturdenkmal zu und schwächt es kontinuierlich. Aber obwohl die Platane seit einigen Jahren kränkelt, kann sie mit gezielten Maßnahmen noch viele Jahre leben. Davon sind der Baumsachverständige Helmut Titschak aus Hude-Vielstedt und Ursula Tröndle vom Amt für Naturschutz und Umwelt des Landkreises Oldenburg überzeugt.

Der Baum ist als Naturdenkmal geschützt.

„Die Platane ist zwar geschwächt, aber sie muss deswegen nicht gefällt werden“, beruhigt Tröndle. „Der Standort ist im Großen und Ganzen ganz gut. Immerhin bietet die Kirche Windschutz.“

Vor drei Monaten war Titschak wie alle sechs Monate mit einem Hubsteiger in der Krone und hat den Pilz begutachtet. Das kann man am besten, wenn man von oben auf die Äste blickt. Zudem lässt sich so Totholz entfernen, das herunterfallen könnte.

In den kommenden Wochen soll der Platane nun mit einer Lanze zu Leibe gerückt werden. Die Firma TFI Vitaleres Grün aus Bremen möchte mit einer laut Unternehmensangaben „revolutionären Technik“ eine Waldbodensituation imitieren und damit optimale Bedingungen für die Platane schaffen.

„Unsere Spezialisten benutzen eine speziell entwickelte niedrige Luftdrucktechnik, um den Boden unter den Bäumen mit neuen Wurzelkanälen zu versehen. Diese Risse, Spalten und Poren werden mit organischem Bodenhilfsstoffen gefüllt. Das Ergebnis sind nachhaltig starke und stabile Bäume mit gesundem Laub, widerstandsfähiger gegen Schädlinge und Krankheiten“, wirbt die Firma für ihr Angebot.

„Das geschieht in den nächsten Wochen, solange die Witterung noch feucht ist“, kündigt Tröndle an. Nach Einschätzung von Experten sei die Maßnahme einmalig und könne der Platane für Jahre helfen.

Möglicherweise sind in Zukunft noch weitere begleitende Aktionen erforderlich, um den Baum dauerhaft zu stärken. Denn gerade die zwei heißen und trockenen Sommer hatten der Platane ungewöhnlich viel Stress bereitet. Zunächst soll aber erst einmal abgewartet werden, wie sich die Platane entwickelt. Titschak bezeichnete sie unlängst als „fantastischen Baum, der im norddeutschen Raum seinesgleichen“ suche.

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