Corona wirkt sich auf Kriminalitätsstatistik aus / Polizei: Hohe Aufklärungsquote

Einbrecher orientieren sich neu

Hotels und Gaststätten im Visier: Einbrecher mieden im vergangenen Jahr oft Wohnhäuser.
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Hotels und Gaststätten im Visier: Einbrecher mieden im vergangenen Jahr oft Wohnhäuser.

Landkreis – Deutlich weniger Einbrüche, eine weiterhin hohe Aufklärungsquote und so wenig Eigentumsdelikte, wie seit zehn Jahren nicht mehr. Das sind Erkenntnisse der polizeilichen Kriminalstatistik des vergangenen Jahres für den Bereich der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land und Wesermarsch, die am Mittwoch veröffentlicht wurde und zum Teil coronabedingte Besonderheiten aufweist.

Ein Blick auf die Kriminalitätsentwicklung zeigt nach Angaben von Polizeipressesprecherin Lorena Lemke, dass die die Fallzahlen zwar um 311 Straftaten leicht angestiegen sind (2020: 15 849), sie sich aber weiter auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau bewegen. Die Aufklärungsquote von 64,13 Prozent ist im Vergleich zum Vorjahr (2019: 64,67 Prozent) geringfügig niedriger, befindet sich jedoch trotzdem in einem hohen Bereich.

Verlagerung der Delikte durch Corona-Pandemie

„Durch die Corona-Pandemie gab es eine Verlagerung der Delikte“, stellt Lemke fest. „Fehlende Großveranstaltungen und geschlossene Geschäfte, Kultureinrichtungen sowie Restaurants ließen Tatgelegenheiten wegbrechen. Beispielsweise wurden weniger Laden- und Fahrraddiebstähle verzeichnet.“

Auch die Zahl der Wohnungseinbrüche ging nach Erkenntnissen der Polizei zurück, da sich die Menschen vermehrt zu Hause aufhielten und somit das Entdeckungsrisiko für Einbrecher höher war. „Dementsprechend brachen sie verstärkt in Hotels oder Gaststätten ein, da sich dort wegen der Pandemie wenige Menschen aufhielten“, so Lemke.

Ein Zusammenhang zwischen der Corona-Pandemie und den Fällen im Bereich „Häusliche Gewalt“ kann die Polizeiinspektion derzeit statistisch nicht feststellen. Besonders positiv sei, dass im Landkreis Oldenburg die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat zu werden, weiterhin gering sei. Die Häufigkeitszahl, die die festgestellten Straftaten pro 100 000 Einwohner bezeichnet, liegt bei 5 336 und ist im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 93 Fälle gestiegen.

Kinderpornografie im Blick

Ein Schwerpunkt der Polizeiarbeit ist in den vergangenen Jahren die Bekämpfung der Kinderpornografie. Das für die Bearbeitung dieses sensiblen Deliktfeldes zuständige Kommissariat wurde personell verstärkt. Mit 93 Prozent konnte ein Großteil der ermittelten Fälle aufgeklärt werden. „Kinder vor Sexualtätern zu schützen, hat nach wie vor höchste Priorität“, betont Lemke.

Im Jahr 2020 wurde ein deutlicher Rückgang der Diebstähle um 335 Taten auf 4 379 verzeichnet. Es handelt sich laut der Polizei um einen Trend der vergangenen Jahre. Der Rückgang erklärt sich unter anderem durch sinkende Fallzahlen im Bereich der Laden- und Fahrraddiebstähle. Aber auch bei den Wohnungseinbruchdiebstählen verzeichnete die Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch einen Rückgang der Fallzahlen um 55 (2020: 338). Die Aufklärungsquote liegt bei den Wohnungseinbruchdiebstählen bei 23,08 Prozent.

Besonders erfreulich ist nach Einschätzung der Polizei, dass ein Großteil der Körperverletzungen, Bedrohungen und Nötigungen aufgeklärt werden konnte. Die Erfolgsquote liegt im Jahr 2020 bei 91,09 Prozent.

Mehr Gewalt gegen Polizeibeamte

Die Zahl der ermittelten Rauschgiftdelikte blieb im Jahr 2020 weitgehend konstant. Die Fallzahlen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 22 auf 1 270 Fälle an. Die Aufklärungsquote lag dabei im Jahr 2020 in Bezug auf die bekanntgewordenen Delikte bei 97,8 Prozent.

Es gibt aber auch schlechte Nachrichten: Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Delikte, bei denen Gewalt gegen Polizeibeamte ausgeübt wurde, deutlich gestiegen. Im Bereich „Widerstand gegen Vollzugsbeamte“ wurden 47 Taten registriert – 21 mehr als im Vorjahr. „Besonders häufig kam es bei der Sachverhaltsaufnahme in den Bereichen Körperverletzung/Schlägerei und häusliche Gewalt sowie bei Einsätzen mit Randalierern zu Widerständen gegen Vollzugsbeamte“, berichtet Lemke.

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