Engagierte Wildeshauserin sucht Helfer

Ehrenmal vulgär verunstaltet: Bürger bilden Reinigungstrupp

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Auf die ehrenamtlichen und professionellen Helfer kommt an dieser Stelle viel Arbeit zu.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Susanne Petermann wohnt seit rund einem Jahr wieder in Wildeshausen. Seitdem geht sie mit dem Hund regelmäßig an der Hunte entlang. Am Wochenende fiel ihr ganz besonders auf, dass das Ehrenmal für die in den Weltkriegen gefallenen Wildeshauser extrem mit Sprüchen und Zeichnungen verunstaltet ist.

Sie machte Fotos mit dem Handy, stellte sie in einer Facebookgruppe ein und schrieb: „Gibt es eigentlich eine Art Putztrupp, der da mal sauber macht? Ich wär dabei. Ist doch traurig.“

Die Resonanz war überwältigend und schnell. Innerhalb von kurzer Zeit meldeten sich einige Wildeshauser, die helfen wollen, das Ehrenmal zu reinigen. Sogar professionelle Hilfe wurde angeboten. „Ich bin total begeistert“, so Petermann. Sie ist gebürtige Wildeshauserin, und ihr im Krieg gefallener Onkel steht ebenfalls auf einer Tafel des Denkmals, weil er im Zweiten Weltkrieg irgendwo auf unbekannte Weise umkam.

Petermann war viele Jahre beruflich und privat in großen Städten unterwegs, genießt es nun aber, wieder in der beschaulichen Wittekindstadt zu leben, „weil es hier schön ist“.

Ein Experte hat bereits seine Hilfe angeboten

Am Wochenende ging sie mit ihrem Hund ganz bewusst einmal um das Denkmal herum und war von dem Ausmaß der Verunzierungen geschockt. „Dort stehen unglaublich vulgäre Worte“, hat sie festgestellt. „Das alles sollte schnell wieder verschwinden.“

Schon kurz nach ihrem Aufruf meldete sich mit Michael Kramer ein Experte, der bei einem Hersteller von Reinigungsmitteln für Fliesen und Natursteine arbeitet. „Ich würde mich gerne bei der Reinigung beteiligen“, schrieb er und sicherte zu, demnächst ein paar Proben zu nehmen.

Da es sich aber um ein Denkmal handelt, erkundigte sich Petermann im Wildeshauser Stadthaus, ob es in Ordnung ist, das Objekt zu reinigen. Baudezernent Manfred Meyer signalisierte, dass die Stadt voll hinter einer Putzaktion steht. Meyer erlaubte nach Petermanns Angaben auch, dass kleine Proben genommen werden, um zu prüfen, welches Reinigungsmittel und welche Methode erforderlich sind. 

Geschmacklose Sprüche und vulgäre Ausdrücke verunzieren die Tafel am Ehrenmal.

Inzwischen hat sich auch Stefan von Elbwart von der Wildeshauser Firma „Fluid“ bei Petermann gemeldet. Er hat zugesagt, Reinigungsmaschinen sowie Spezialwerkzeuge zu stellen. Zudem sollen professionelle Helfer die Ehrenamtlichen anleiten.

Der genaue Termin der Reinigungsaktion steht noch nicht fest. „Am besten gleich nach den Ferien, damit auch Jugendliche, die derzeit im Urlaub sind, teilnehmen können“, betont Petermann. Wichtig sei dabei, dass niemand an den Pranger gestellt werde. „Es soll ja nicht um Schuldzuweisungen gehen, sondern darum, dass das Denkmal wieder schön wird.“ 

Gleichzeitig hofft die Wildeshauserin, dass dadurch das Bewusstsein bei den jungen Menschen wächst, nicht einfach auf Mauern herumzukritzeln. Damit könnte die Reinigungsaktion vielleicht sogar nachhaltigen Erfolg zeigen, glaubt sie. Wer helfen möchte, kann sich bei Petermann unter Telefon 0177/8825010 melden.

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