Ehrenamtliche sollen jungen Asylbewerbern in Wildeshausen und Ahlhorn die Integration erleichtern

Starthilfe für jugendliche Flüchtlinge

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Jens Hudemann, Maja Sleur und Beate Pollak (von links) stellten das Projekt im Kreishaus vor.

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Um junge Flüchtlinge leichter zu integrieren, suchen der Landkreis Oldenburg und die Diakonie Ehrenamtliche, die Kinder und Jugendliche an die Hand nehmen und ihnen helfen, sich zurechtzufinden. Wildeshausen und Ahlhorn sind Schwerpunkte dieses „Willkommens-Helfer-Projekts“.

Über einen Zeitraum von ein paar Monaten sollen die Ehrenamtlichen die jungen Flüchtlingen zum Beispiel zum Schnuppertraining im Sportverein begleiten, gemeinsam zum Jugendzentrum gehen oder kulturelle Veranstaltungen besuchen. Das neue Lebensumfeld soll zusammen erkundet werden.

Die Organisatoren hoffen, 25 bis 30 Kinder und Jugendliche zu erreichen. Das Angebot richtet sich besonders aber nicht ausschließlich an Flüchtlinge, die ohne ihre Eltern hergekommen sind und jetzt bei Verwandten wohnen.

Der Umgang mit Menschen aus anderen Kulturen ist nicht konfliktfrei. Damit die Teilnehmer vorbereitet sind, werden sie an zwei Sonnabenden (19. März und 9. April) jeweils sechs Stunden lang geschult. Sie lernen etwas über das Verständnis anderer Gesellschaften, ihre Rolle, ihre Aufgabe aber auch praktische Dinge. Zum Beispiel wie sie einen Antrag auf Gelder aus dem Bildungs- und Teilhabepaket für die Jugendlichen ausfüllen.

Es geht auch darum, dass sie Fettnäpfchen vermeiden. „Zum Beispiel strenggläubigen muslimischen Frauen die Hand zu geben“, erklärte der Diplompädagoge Jens Hudemann vom Kinderschutzzentrum Oldenburg am Freitag während der Vorstellung des Projekts im Kreishaus.

Das Land fördert das Projekt, das bis Ende November befristet ist, mit 18000Euro. Von dem Geld werden die Schulungen aber auch 14-tägige Gesprächsrunden mit den Ehrenamtlichen über Schwierigkeiten bezahlt. Hinzukommen jeweils zwei Stunden pro Woche Jugendarbeit, die sich auf die Sorgen und Nöte von minderjährigen Flüchtlingen in den Jugendzentren Wildeshausen und Ahlhorn konzentriert.

Die Freiwilligen Helfer erhalten Kilometergeld und können sich ihre Kosten erstatten lassen. Eine Vergütung ist nicht vorgesehenen.

Sie müssen keine besondere Qualifikation nachweisen, sondern Zeit, Lust und die Neugier auf fremde Kulturen mitbringen. „Es wäre schön, wenn zu Anfang zwei bis drei Treffen pro Woche möglich sind“, sagte Beate Pollak vom Kreisjugendamt.

Angesichts der zu erwartenden Sprachprobleme ist Hudemann optimistisch: „Einige Dinge lassen sich nonverbal lösen, für andere gibt es Übersetzungsbücher, Piktogramme oder Apps.“ Die Erfahrung zeige, dass die Kommunikation funktioniere.

Interessierte können sich unter Tel. 04435/389950 und per E-Mail an maja.sleur@diakonie-doll.de melden oder am Montag, 29. Februar, ab 18.30 Uhr bei einer Info-Veranstaltung im Kreishaus vorbeischauen.

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