Hunteschüler im Rahmen der AG-Ehrenamt bei der Wildeshauser Tafel

Yilmaz hat die Menge der Brötchen voll im Griff

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Peter Krönung und Yilmaz beim Sortieren der verschiedenen Brotsorten.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Was zu Beginn des Schuljahres ein Experiment war, hat sich im Laufe der Monate zu einer festen Einrichtung entwickelt, die auf Dauer weitergeführt werden soll: Im Rahmen der AG-Ehrenamt an der Wildeshauser Hunteschule, Förderschule Lernen, sind die Achtklässler Yilmaz und Fynn bei der Wildeshauser Tafel tätig.

„Hintergrund dieser Kooperation, die wir auch mit weiteren Einrichtungen geschlossen haben, sind die großen Schwierigkeiten, überhaupt neue Mitarbeiter fürs Ehrenamt zu finden“, erzählt Martina Renneke-Seemann, die die Schüler als deren Klassenlehrerin betreut. „Aus schulischer Sicht wurde das Konzept AG-Ehrenamt im Rahmen der Berufsorientierung erstellt, um den Schülern innerhalb eines schützenden Rahmens die Möglichkeit zu bieten, erste Erfahrungen in der Arbeitswelt zu sammeln.“ Und genau das geschehe in der Einrichtung.

Wir haben Yilmaz, Fynn war erkrankt, bei der Tafel besucht, um zu erfahren, wie er die Sache sieht, ob es ihm etwas bringt. „Ich kannte die Tafel vorher noch gar nicht. In der Schule haben wir davon einiges erfahren“, so der Schüler. Die gesamte Klasse habe dann neben der Tafel auch das Mehrgenerationenhaus und die Kleiderkammer des DRK besucht, um etwas über das Ehrenamt zu erfahren. „Es ist schon traurig, dass es solche Einrichtungen geben muss, weil es Menschen gibt, die nicht genügend Geld haben, um sich zu ernähren.“

Brötchen ausgeben, Waren sortieren, übersetzen

Ihm gefalle die Arbeit sehr gut, die Kollegen seien immer gut drauf und erklärten ihm alles: „Meine Aufgabe ist es, Brot, Brötchen und Kuchen auszugeben. Am meisten Spaß macht es mir, die Brötchen je nach Größe der Familie abzupacken.“ Hin und wieder müsse er auch im Lager arbeiten, um die eingehenden Waren zu sortieren. „Die Kunden sind hier sehr nett. Manchmal übersetze ich auch, weil ich neben deutsch auch etwas türkisch und kurdisch sprechen kann.“

Überaus zufrieden zeigte sich der Vorsitzende der Tafel, Peter Krönung, mit der Arbeit der Jungs: „Sie sind mit Freude und Begeisterung bei der Sache und bringen sich voll ein. Für sie ist es sicherlich auch ein wichtiges Stück Weiterbildung fürs spätere Leben, wenn sie Bedürftige kennenlernen, denen es nicht so gut geht.“ Auf diesem Wege erfuhr Yilmaz auch, dass er schon bald „Dienst“ im Büro der Tafel machen soll. „Es ist wichtig, dass die Jungs wissen, wie die Abläufe bei uns sind. So sehen sie dann auch, wer berechtigt ist, bei uns einzukaufen. Denn das ist schließlich ganz klar reglementiert“, betonte Krönung.

Für Renneke-Seemann sind die Einsätze der Schüler sehr wichtig: „Wir sind froh, dass wir in der Tafel einen Partner gefunden haben. Die Jugendlichen können hier erste wichtige Eindrücke für ihr späteres Arbeitsleben gewinnen.“ Zudem lernten sie viele Menschen verschiedener Nationen kennen und übten sich im Kundenkontakt. „Als besonders wertvoll empfinde ich den wertschätzenden Umgang, den sie durch die Mitarbeiter der Tafel erfahren. Es ist einfach schön, die Jungs strahlen zu sehen, wenn sie von ihren vielen Erlebnissen berichten.“

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