Neue Windenergieanlagen 

Düngstrup produziert Strom für rund 10.000 Haushalte

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Zum Teil stehen die alten Nordex-Anlagen noch. Sie sollen bis zum Ende des Jahres abgebaut sein.

Düngstrup - Von Dierk Rohdenburg. Ein kleines Dorf in der Wildeshauser Landgemeinde produziert bald mit regenertiven Energien deutlich mehr Strom, als Wildeshausen und Dötlingen zusammen verbrauchen. Photovoltaik- und Biogasanlagen stehen dort schon einige Jahre. Doch die neuen Windkraftanlagen allein können ab Januar schon rund 10. 000 Haushalte versorgen.

Die Masten stehen bereits, die Flügel liegen noch.

Noch ist es nicht soweit, dass sich die Rotoren drehen. Der Terminplan ist zudem eng. Bis Ende des Jahres sollen die vier neuen Enercon E-115-Anlagen anstelle der acht alten Nordex-Anlagen Strom produzieren, um nicht unter die Richtlinien des neuen Energieeinspeisegesetzes zu fallen. Die alten Räder sind lediglich 99 Meter hoch, drehen sich seit April 2000 in Düngstrup und produzieren jeweils 1,3 Megawatt Strom. Die neuen Anlagen sind deutlich leistungsstärker und sollen mit einer Gesamthöhe von 207 Metern (Nabenhöhe 149 Meter) jeweils drei Megawatt erzeugen. Damit produziert die Häfte der Anlagen mehr Strom (12 Megawatt) als die alten Windräder. Rund 35 Millionen Kilowattstunden kommen voraussichtlich zusammen, was einer Einsparung von etwa 26. 000 Tonnen Kohlendioxid im Vergleich zu einer konventionellen Stromerzeugung bedeuten würde.

Noch sind die betagten Exemplare der alten Windkraftgeneration nicht komplett abgebaut. Die Projektgesellschaft Westwind Energy hat die Mitglieder der alten Erzeuger-Gesellschaft, die aus Düngstruper Bürgern besteht, jedoch schon finanziell abgefunden und die Anlagen übernommen. Dem Vernehmen nach sollen sie nach Osteuropa verkauft werden und dort Ölleitungen heizen.

Für den nun entstehenden Windpark wurde eine neue Gesellschaft mit weniger Teilhabern als zuvor gegründet. Gerd Hespe-Meyer ist einer der Investoren des rund 30 Millionen Euro teuren Projekts, das über die Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) finanziert wird. Er berichtet, dass die vier neuen Türme bereits stehen. Die Rotoren seien schon vor Ort, es müssten aber noch Generatoren geliefert und installiert werden. „Das geht nur bis zu Windstärke 8“, hofft er auf weiterhin ruhige Herbsttage, um das Projekt rechtzeitig über die Bühne bringen zu können. Gleichzeitig müssten drei Anlagen noch abgebaut und abtransportiert werden.

Spannend wird der neue Windpark durchaus auch für Bürger aus Düngstrup und den umliegenden Dörfern innerhalb des Landkreises. Für eine Anlage sollen sie Anteile zeichnen können. „Es geht um die Leute, die direkt von den Windenergieanlagen betroffen sind“, so Hespe-Meyer. Er spricht von einer Gesamtbeteiligung von 1,5 Millionen Euro. Die Einlagen sind bei 30 000 Euro gedeckelt und werden mit fünf Prozent gesichert über zehn Jahre verzinst. Die Zeichnung ist ab Anfang des kommenden Jahres möglich, zurzeit werden die Bekanntmachungen vorbereitet und demnächst in der Zeitung veröffentlicht.

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