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Dubiose Überweisungen ins Ausland

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Von: Dierk Rohdenburg, Annum Malik

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Die Anklage lautete vor dem Amtsgericht Geldwäsche. Das ließ sich aber nicht beweisen.
Die Anklage lautete vor dem Amtsgericht Geldwäsche. Das ließ sich aber nicht beweisen. © dpa

Wildeshausen/Großenkneten – Der Vorwurf der Geldwäsche ließ sich nicht beweisen. Deshalb wurde ein 40-jähriger Mann aus Großenkneten vor dem Amtsgericht Wildeshausen nach dem Grundsatz „im Zweifel für den Angeklagten“ freigesprochen.

Laut Anklage der Staatsanwaltschaft ging es um drei am 23. und 24. Januar 2020 getätigte Überweisungen in einer Gesamthöhe von 14.650 Euro auf das Konto des Großenkneters. Diese wurden noch am selben Tag auf Konten einer Kryptobank in Finnland weitergeleitet.

Der Angeklagte wies den Vorwurf der Geldwäsche zurück. Seinen Angaben zufolge hatte ihn im September 2019 ein Bekannter aus Lettland kontaktiert, den er aus der Haftanstalt in Limburg kannte. Dieser habe ihn um den Gefallen gebeten, ein Konto für ihn bei einer deutschen Bank zu eröffnen, damit er Bitcoins, eine Kryptowährung, erwerben könne. Von Lettland sei ihm das nicht möglich.

Daten nach Lettland weitergeleitet?

„Ich habe ihm dann über meinen Vater ein Konto bei der Landessparkasse zu Oldenburg eröffnet“, berichtete der 40-Jährige. „Dann habe ich die EC-Karte und TAN-Nummer an meinen Bekannten weitergeleitet.“

Der Kneter beteuerte, dass weder er noch sein Vater von den Kontobewegungen wussten oder in irgendeiner anderen Art von den Überweisungen profitiert hätten. Er hätte seinen Bekannten aus Lettland erst zu dem Zeitpunkt zu kontaktieren versucht, als sich die Bank bei ihm wegen des Verdachts auf Geldwäsche gemeldet hätte.

Die Staatsanwaltschaft hatte außer den Überweisungsunterlagen keinerlei Beweise vorlegen können. Das Bundeszentralregister weist zwar zwölf Eintragungen, unter anderem wegen Urkundenfälschung und Betrug für den Großenkneter aus, dennoch musste in diesem Fall nach dem Grundsatz „im Zweifel für den Angeklagten“ entschieden werden. Somit beantragte der Staatsanwalt einen Freispruch, dem der Richter zustimmte. Er merkte an, dass er das Verhalten des Angeklagten als haarsträubend bewerten würde, ein Bankkonto für eine Bekanntschaft aus der Haftanstalt bereitzustellen.

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