Vorwurf der Misshandlung fallengelassen

Drogendealer soll sieben Monate in Haft

Symbolfoto

Wildeshausen - Ein offenbar stadtbekannter 29-jähriger Drogenhändler ist vom Amtsgericht Wildeshausen wegen unerlaubten Besitzes von und Handels mit Betäubungsmitteln sowie falscher uneidlicher Aussage zu einer Haftstrafe von sieben Monaten verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Das gilt auch für den Schuldspruch gegen den 34-jährigen Bruder, der wegen falscher Verdächtigungen sowie uneidlicher Falschaussage zu sechs Monaten Freiheitsstrafe, drei Jahren auf Bewährung, sowie 80 Stunden gemeinnützige Arbeit verurteilt wurde.

Der 34-Jährige war auch wegen schweren sexuellen Missbrauchs angeklagt (wir berichteten). Er soll im Oktober 2015 eine Frau im Bett an Brust und im Intimbereich berührt haben, während sie schlief. Die Anzeige war erst am 10. Februar 2016 durch die Frau erstattet worden. Der Angeklagte hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Man habe nur zusammen im Bett gelegen, erklärte er.

Die Tat ließ sich auch durch die nichtöffentliche Vernehmung des mutmaßlichen Opfers nicht beweisen. Einen ganz anderen Eindruck vermittelte zudem das Chatprotokoll zwischen den beiden in dem Zeitraum nach der angezeigten Tat. Dort hatte die Frau dem 29-Jährigen unter anderem per WhatsApp mit einem Smiley geantwortet, das anstelle der Augen zwei rote Herzen hatte. Die Richterin sprach konsequenterweise den Mann vom Vorwurf der schweren sexuellen Misshandlung frei.

Deutlich mehr ins Gewicht fiel aber, dass die beiden Brüder am 14. Oktober 2015 vor Gericht einen jetzt 33-jährigen Wildeshauser beschuldigt hatten, in der Silvesternacht 2014 den älteren Bruder geschlagen zu haben. Diesen Vorfall hat es nach eingehender Zeugenvernehmung so nicht gegeben, sodass sowohl die falsche Verdächtigung als auch die Falschaussagen zu ahnden waren.

Eindeutig war die Beweislage hingegen bei den Delikten mit Betäubungsmitteln. Ein Wildeshauser Kriminaloberkommissar war nach Aussage vor Gericht im Jahr 2016 mit mehreren Verfahren gegen den 29-Jährigen beschäftigt gewesen. Bereits am 10. Februar 2016 war der Angeklagte mit zehn Ecstasy-Pillen sowie 1,8 Gramm Marihuana in Wildeshausen erwischt worden. Am 16. September gab es eine Wohnungsdurchsuchung, bei der unter dem Sofa 24 Klemmverschlusstüten mit insgesamt 41,3 Gramm Marihuana sowie 9,2 Gramm Marihuana in einer Plastikbox gefunden wurden. Während der Kriminalpolizist von Konsumeinheiten für den Handel sprach, beteuerte der Angeklagte, dass er in Wildeshausen nie Drogen verkauft habe und den Vorrat für den Eigenbedarf brauchte.

Das deckte sich allerdings nicht mit der Aussage eines 33-jährigen Wildeshausers vor Gericht, dass der 29-Jährige ein stadtbekannter Dealer gewesen sei. Er selbst hatte eine Anzeige bei der Polizei erstattet. Es ließ sich jedoch nicht ausschließen, dass auch private Gründe dazu geführt hatten, da der Angeklagte zeitweise mit der Ex-Frau des 33-Jährigen liiert gewesen war.

Für den 29-Jährigen kam bei der Urteilsfindung erschwerend hinzu, dass er bereits 20 Voreinträge im Bundeszentralregister hatte – darunter auch Betäubungsmittelvergehen. - dr

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