Verkauf an Jugendliche

Wildeshauser Drogendealer muss drei Jahre ins Gefängnis

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Das Urteil gegen den 37-Jährigen ist noch nicht rechtskräftig.

Wildeshausen - Im Prozess um den Wildeshauser Drogendealer ist ein Urteil gefallen. Der 37-Jährige muss für drei Jahre ins Gefängnis. Der Mann soll vom 1. Juni bis zum 21. Dezember 2016 mindestens 188-mal verschiedene Drogen an zumeist minderjährige Jugendliche aus Wildeshausen und der näheren Umgebung verkauft haben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die Aussagen der mehr als elf Zeugen waren erdrückend. Und das, obwohl der damals 13-jährige Kunde des Angeklagten, einer der Hauptbelastungszeugen, die Aussage nach allen Regeln der Kunst verweigerte. Erst versuchte er der Richterin weiszumachen, dass er das Marihuana irgendwo in Wildeshausen auf der Straße gefunden hatte – mehrfach. 

Anschließend ruderte er zurück und betonte, er könne sich nicht mehr so genau erinnern. Er wollte nichts mehr davon wissen, dass er im März bei der Polizei etwas ganz anderes ausgesagt hatte, nämlich dass er beim Angeklagten ab und zu Marihuana gekauft hatte.

Die Richterin belehrte den inzwischen 14-jährigen Schüler immer wieder, dass er sich strafbar macht, wenn er nicht die Wahrheit sagt – ohne Erfolg. Auf jede Frage antwortete der Wildeshauser mit: „Das weiß ich doch jetzt nicht mehr.“ Ein Spiel, das den Vorsitzenden gar nicht gefiel. „Du kriegst Post von mir“, machte die Staatsanwältin deutlich.

Im Herbst waren die meisten Geschäfte

Anschließend begann im Gericht die Rechnerei. Es galt, die 188 Straftaten mithilfe der Zeugenaussagen auf insgesamt sechs Monate zu verteilen. „Vermutlich waren der Oktober und der November die heißen Monate der Dealerei“, so die Richterin.

Straferhärtend wirkten sich auch die Widersprüche in der Aussage des Angeklagten auf das Urteil aus. Während er beim Prozessauftakt im April noch davon sprach, „regelmäßig 100 Gramm“ gekauft zu haben, war vergangene Woche nur noch die Rede von „ab und zu 50 bis 70 Gramm“. 

„Sie haben ihre Taten auch noch versucht, runterzuspielen. Das geht so nicht“, machte die Richterin dem 37-Jährigen deutlich. An dem Urteil konnten dann auch seine ständig wiederholten Floskeln, dass er nichts mehr als ein Gutmensch sei, der anderen helfen wolle, nichts mehr ändern.   - lo

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