Aus dem Gericht: Wildeshauser kochte in der Wohnung Crystal Meth

Drogen in der Küche produziert

Crystal Meth macht schnell süchtig, lässt sich aber sogar in der heimischen Küche herstellen.
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Crystal Meth macht schnell süchtig, lässt sich aber sogar in der heimischen Küche herstellen.

Wildeshausen – Weil er Drogen im Internet bestellt sowie selbst hergestellt hatte, sollte ein 49-Jähriger aus Wildeshausen per Strafbefehl 1 200 Euro zahlen. Das wollte er nicht akzeptieren und legte durch einen Anwalt Widerspruch ein. Erfolglos, denn das Amtsgericht verurteilte ihn nun zur Zahlung der gleichen Summe sowie der Übernahme der Gerichtskosten. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig.

Im Rahmen der Verhandlung am Montag zeigte sich der Mann über seinen Verteidiger teilweise geständig. Weil er unter einer Sozialphobie leide, habe er versucht, mit bestellten legalen Waren in seiner Küche Crystal Meth herzustellen, ließ er über seinen Verteidiger mitteilen. Damit habe er seine Angstzustände lindern wollen. Er habe aber nicht – wie angeklagt – Drogen im Dark-net bestellt.

Zwei Postsendungen mit Drogen abgefangen

„Es gibt dafür keine Beweise“, so der Anwalt. Auch die Tatsache, dass zwei Postsendungen, eine mit einem Gramm Heroin und eine mit 2,8 Gramm Kokain, adressiert an den Wildeshauser, vom Zoll abgefangen worden seien, reiche laut Rechtssprechung nicht als Beleg.

Die Sendungen waren der Grund gewesen, warum die Polizei am 16. Januar 2020 mit zwei Beamten bei dem damals 48-Jährigen aufgetaucht war. „Schon im Flur habe ich einen chemischen Geruch wahrgenommen“, so der eine Polizist vor Gericht. In der Küche habe er das Meth-Labor vorgefunden, zudem seien im Laufe der Untersuchungen geringe Mengen von Betäubungsmitteln aufgetaucht. Der Polizei gegenüber soll der Wildeshauser geäußert haben, dass er im Internet über das Darknet berichtet habe. Es hätten sogar Leute von ihm gefordert, damit aufzuhören. Die Drogensendungen seien vielleicht als Racheaktion ausgeführt worden, um ihn zu schädigen.

Verdächtiger Chatverlauf

Im Rahmen der Untersuchungen war der Polizeibeamte jedoch auch auf einen älteren Chatverlauf im Handy des Angeklagten gestoßen, indem er sich freimütig dazu geäußerte hatte, im Darknet Drogen zu kaufen und dass es da „tolle Sachen“ gebe. Er bestelle nur bei deutschen Händlern, teilte er einem Chat-Partner mit. Wenig später jedoch berichtete er diesem über enttäuschende Erfahrungen, weshalb er nun auf Käufe im Darknet verzichten wolle.

Diesen Chatverlauf nahm der Verteidiger als Beweis dafür, dass sein Mandant unschuldig ist. Einerseits habe er ja schon vor den angeklagten Taten gesagt, dass er nichts mehr bestellen wolle und andererseits sei der eine abgefangene Brief aus den Niederlanden gekommen.

„Da hat er vermutlich später seine Meinung geändert“, so die Staatsanwältin. Das sah auch die Richterin so. „Es spricht viel dafür, dass Sie auch später noch vom Darknet Gebrauch gemacht haben“, sagte sie dem Angeklagten. Zwar seien zwei Eintragungen ins Bundeszentralregister wohl mittlerweile getilgt, dennoch wolle sie das Strafmaß beibehalten. Es müssten weiterhin 1 200 Euro gezahlt werden – zuzüglich Gerichtskosten..

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