Repowering in Aldrup: Ausschuss empfiehlt Wiederaufnahme der Planungen

Dritter Anlauf für kleinen Windpark

Soll repowert werden: Das Bild zeigt eine der beiden Windenergieanlagen in Aldrup. 
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Soll repowert werden: Das Bild zeigt eine der beiden Windenergieanlagen in Aldrup.

Aldrup – Sollten die Familien Rüdebusch und Brinkmann doch noch hoffen, dass sie ihre Windenergieanlagen in Aldrup repowern dürfen? Der Wildeshauser Bauausschuss hat jetzt empfohlen, die Planungen wieder aufzunehmen. Allerdings tat er das nicht zum ersten, sondern bereits zum dritten Mal. In den beiden anderen Fällen hatte der nichtöffentlich tagende Verwaltungsausschuss die Empfehlungen später abgelehnt. Doch diesmal soll das nicht passieren. Denn die Befürworter haben sich nicht nur für die Wiederaufnahme der Bauleitplanungen ausgesprochen, sondern auch verlangt, dass der öffentlich tagende Stadtrat die letzte Entscheidung trifft.

In der Sache geht es um zwei Windenergieanlagen, die sich südlich vom Agrarfrost-Betrieb in Aldrup befinden. Die Betreiberfamilien, vertreten durch die JWP Jade Windpark Aldrup GmbH, wollen sie durch leistungsstärkere Modelle ersetzen, stoßen dabei aber auf Widerstand bei ihrem Nachbarn, Agrarfrost. Die Firma verweist darauf, dass ihre Erweiterungsmöglichkeiten durch die größeren Windenergieanlagen eingeschränkt würden.

Dem widersprach Ratsherr Hermann Hitz (UWG) deutlich: „Stöver (Agrarfrost) wird durchs Repowering nicht beeinträchtigt.“ Die Investoren hätten sogar einen Flächentausch ins Spiel gebracht, „aber auch darauf lässt sich Agrarfrost nicht ein“. Hitz mutmaßte, die Firma verfolge mit ihrer Ablehnung andere Ziele als den Schutz der eigenen Planungen. Marko Bahr stellte für die FDP fest, dass „die Planungen überhaupt nicht miteinander kollidieren“. Er sprach von einer „Familienfehde“ zwischen den Investoren und Agrarfrost. Bernhard Block (CDW) betonte, kein Gutachten sage aus, dass die Absichten unvereinbar seien. Er bewertete das Hin und Her der Politik als „Schlag ins Gesicht der Investoren“, deren bisherige Kosten man zumindest erstatten solle.

Wolfgang Sasse (CDU) sprach davon, die Interessen beider Seiten gegeneinander abzuwägen. Für ihn habe dabei die mögliche Erweiterung von Agrarfrost Priorität. „Für die CDU gibt es keinen Änderungsgrund“, sagte er mit Blick auf den letzten ablehnenden Beschluss des Verwaltungsausschusses. Hartmut Frerichs (SPD) äußerte sich ähnlich. „Für mich kann es keine Zustimmung geben“, betonte er. Sein Parteifreund Stephan Dieckmann (SPD) verwies genau wie der städtische Bauamtsleiter Hans Ufferfilge darauf, dass sich die Sachlage seit dem letzten Nein des Verwaltungsausschusses nicht verändert habe.

Im Vorfeld der Sitzung hatten sich beide Seiten in Briefen, die unserer Zeitung vorliegen, an die Politik gewandt. Darin heißt es vom Investor, dass die Planungen „in keinster Weise die Erweiterungsbestrebungen von Agrarfrost tangieren“. Man habe sogar auf Einwände reagiert und die eigenen Absichten überarbeitet.

Agrarforst wiederum verweist auf die „weltweit steigende Nachfrage nach tiefgekühlten Kartoffelprodukten“, die „die kontinuierliche Erweiterung unserer Produktionskapazitäten erfordert“. Des Weiteren heißt es: „Aktuell befindet sich die Ausführungsplanung in Vorbereitung.“

Von Ove Bornholt

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